Fachausschuss setzt neue Ausschlusskriterien fest / Landwirte protestieren

Grenzen für Windkraft

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Symbolfoto

Uelzen/Landkreis. Im Mai 2011 entschied die Kreispolitik, dass neue Gebiete für den Bau von Windkraftanlagen im Landkreis ausgewiesen werden sollen.

Am Dienstagnachmittag haben nun die Mitglieder des Ausschusses für Planung und Straßenbau weitere Ausschluss-Kriterien für Flächen beschlossen. Von den bislang 65 ermittelten möglichen Baugebieten für Windkraftanlagen bleiben damit noch 22 mit einem Flächenumfang von 1650 Hektar übrig.

Grundlage für die AuschlussKriterien bildeten zwei Gutachten, die vom Ausschuss während einer früheren Sitzung in Auftrag gegeben worden waren. Im ersten Gutachten wurde das Vorkommen von Vogelarten in den Gebieten beleuchtet. Die Flächen wurden dabei vier Kategorien zugeordnet: Von „unkritisch“ bis zu „Tabu-Gebieten“, in denen „in jedem Fall mit einer Beeinträchtigung von geschützten Vogelarten zu rechnen ist“, wie Kreis-Baudezernent Frank Peters bei der Sitzung ausführte. Eine der Kategorien ist mit „Planungsvorbehalt“ überschrieben. In diese seien Flächen gepackt worden, zu denen es kaum Erkenntnisse über Vorkommen von Vogelarten gebe, so Peters. Laut Beschluss des Ausschusses gehören sie zunächst noch zu den 22 verbliebenen Flächen, sollen aber durch eine Kartierung näher betrachtet werden, was dazu führen könnte, dass auch sie als mögliche Baugebiete wegfallen. 40 000 Euro werden die Kartierungsarbeiten kosten.

Im zweiten Gutachten wurden die Landschaften auf ihre Bedeutung hin bewertet. Flächen mit einer besonderen Bedeutung, so legten es die Ausschussmitglieder am Dienstag fest, werden damit nicht weiter berücksichtigt. Dass es sich bei der Bewertung von Landschaften um eine subjektive Einschätzung handele, daher kaum als Auschluss-Kriterium herangezogen werden dürfe, fand Landwirt Fritz Pommerien aus Nienwohlde. Er war wie gut zwei Dutzend Zuhörer, darunter vor allem Flächeneigentümer, zur Sitzung gekommen. Pommerien machte wie andere auch seinem Ärger bei der Sitzung Luft, weil nach den Festlegungen des Ausschusses seine Flächen nicht mehr als Windenergiegebiete in die engere Auswahl kommen. Der Landwirt sieht in den vorgelegten Gutachten keine Grundlage für Ausschluss-Kriterien, trägt sich mit dem Gedanken, mit eigenen Gutachten die bisherigen Ergebnisse zu widerlegen. Von Ausschuss und Verwaltung wollte er wissen, welche Möglichkeiten es gebe, dass seine Gebiete noch Berücksichtigung finden. Joachim Partzsch, Leiter des Amtes für Bauordnung und Kreisplanung, verwies auf das noch ausstehende Beteiligungsverfahren, bei dem Einwohner und Behörden Stellungnahmen abgeben können. Zudem bestünde nach Abschluss des Verfahrens die Möglichkeit der Klage. Seite 2

Von Norman Reuter

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