Facebook-Gruppe diskutiert Themen der Region / Aktion zum Stadtfest im Juli

Uelzener ist und bleibt man

Auf der Gruppen-Seite: Karl-Wilhelm Ellenberg an seinem PC, im Vordergrund Buttons, Aufkleber und das Plakat zur Aktion.

Uelzen. Im vergangenen Jahr schloss sich eine Gruppe von Menschen zusammen, die etwas mit der Stadt und dem Landkreis Uelzen verbindet. Sie tauschen sich über die verschiedensten Themen aus, stellen Bilder und Quellen zur Verfügung.

Die Rede ist von der Gruppe „Du weißt, dass du aus Uelzen u. Landkreis kommst, wenn …“ im sozialen Netzwerk Facebook, die inzwischen über 2 000 Mitglieder hat.

„Es geht um die verschiedensten Themen“, beschreibt Karl-Wilhelm Ellenberg, einer der Administratoren, die Inhalte der Gruppe. „Jemand hat beispielsweise Fotos eingestellt, die Uelzen vor und kurz nach dem zweiten Weltkrieg zeigen, ein anderes Bild zeigt Maria Wetzel, die etwa zwischen den 60er- und 90er-Jahren in der Nähe des Hammersteinplatzes Eis verkauft hat.“ Auch viele Zeitungs-Ausschnitte werden hochgeladen, zum Beispiel das Programm der drei damals in Uelzen ansässigen Kinos von 1981 oder Artikel aus dem Sportteil. „In den Kommentaren wird sich dann über die diversen Ereignisse ausgetauscht“, sagt Ellenberg, „es sind viele, die sich selbst daran erinnern oder die etwas damit verbinden.“

Beliebt sei auch der Erinnerungsaustausch zu Uelzens ehemaligen Musikkneipen, wie das „Ben“ in der Rademacher-Straße oder das „Big Stone“ in Bad Bevensen“ und nicht zu vergessen die Festivals der 70er-Jahre oder das Grönemeyer-Konzert 1994.

Doch nicht nur Vergangenes spielt in den Beiträgen eine Rolle: „Es dreht sich auch viel um aktuelle Themen, wie das alte Katasteramt in der Innenstadt oder Aktionen zum Thema Organspende“, weiß Ellenberg. Dem 56-Jährigen ist die Begeisterung über die Entwicklung und das Leben in der Gruppe deutlich anzumerken, fast von Beginn an hat er sie verfolgt. „Natürlich sind auch welche dabei, die motzen“, räumt der freiberufliche Dozent ein, „da wird selbst bei positiven Meldungen noch das Haar in der Suppe gesucht.“ Aber das gehöre dazu und wenn einem die Kommentare permanent zu destruktiv sind, könne man das andere Mitglied ja auch höflich darauf ansprechen.

Im Moment herrscht in der Gruppe aber vor allem ein zukünftiges Thema: Das Uelzener Stadtfest. „Erst bestand einfach nur die Idee eines Treffens“, beschreibt Ellenberg die Vorgeschichte, „und da bot sich das Stadtfest als Rahmen an.“ Die Veranstaltung fällt nämlich in die Zeit, in der sich das Bestehen der Gruppe zum ersten Mal jährt. Zudem müsse man nicht extra einen Raum anmieten, zumal auch im Vorfeld schlecht kalkulierbar sei, wieviele Mitglieder tatsächlich kommen.

Dann meldete sich Heinz Güthling, ebenfalls ein Administrator in der Netzwerk-Gemeinschaft, mit einer weiteren Idee zu Wort: „Er schlug vor, sich für einen Auftritt der Band ,Rudolf Rock & Die Schocker’ stark zu machen“, erinnert sich Ellenberg, „auch weil deren Frontmann Uli Salm selbst ein Uelzener ist.“ Eine Anfrage bei den Veranstaltern des Stadtfestes brachte jedoch Ernüchterung: Das Bandaufgebot stehe im Großen und Ganzen bereits fest und das Budget lasse auch keine großen Sprünge mehr zu.

Doch so leicht gab die Gruppe ihre Idee nicht auf: Sie sammelten insgesamt 600 Euro an Spenden aus den eigenen Reihen, ließen von dem Geld 2500 Aufkleber und Buttons produzieren. Diese wiederum sollen nun verkauft und mit dem Erlös die Gage der Rockband bezuschusst werden. „Klar ist – ich bin dabei“, steht auf den Kreisrunden Emblemen, die unter anderem im Bürgerbüro des Rathauses verkauft werden.

Frank Wiechel, der das Stadtfest zusammen mit Bruno Swajkiewicz organisiert, ist angetan von dem Engagement der Gruppe: „Ich finde das klasse und da uns Rudolf Rock auch preislich noch sehr entgegengekommen ist, wurde der Auftritt finanziell gemeinsam ermöglicht.“

Es steht also fest: Die Band um den Uelzener Uli Salm wird am 7. Juli auf der Bühne am Herzogenplatz stehen. An dieser Stelle findet auch das Treffen der Facebook-Gruppe statt: „Um 18 Uhr geht es los“, erläutert Ellenberg das Programm für die Mitglieder, „um 19 Uhr stimmen wir uns dann beim Auftritt von ,EZ/DZ’ schonmal ein.“

Auch Uli Salm ist die Initiative der Uelzener nicht verborgen geblieben: „Die Facebook-Gruppe um Heinz Güthling hat sich super engagiert, ich bin absolut begeistert davon, was die Freunde auf die Beine gestellt haben.“

Belohnen wird es der Rocker mit seinem Auftritt, den er in großer Besetzung samt Bläsern arrangiert. Und mit einem besonderen Gast: Hugo Egon Balder ist seit langer Zeit nicht nur enger Freund, sondern auch Gelegenheits-Mitglied der Band. In der Uhlenköperstadt ist er mit von der Partie: „Ich habe Hugo so viel über unsere Zeit in den 60ern und 70ern in Uelzen erzählt, dass er schon ganz gespannt ist“, verrät Salm. Für ihn selbst sei der Besuch in der Heimat natürlich etwas besonderes und er freue sich auf alte Freunde und Bekannte. Und obwohl er viel und weit herum gekommen ist, fühlt er sich der Region noch sehr verbunden: „Uelzener ist man und bleibt man auch.“

Von Karsten Tenbrink

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