Verkehrssicherheitstrainings für junge Fahrer

Uelzener im Überschlagssimulator: „Wie ein Looping in der Achterbahn“

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Wo ist hier oben, wo ist unten? Im Überschlagssimulator machen Uelzener Autofahrer neue Erfahrungen. Wer sich mit Armen und Beinen am Dachhimmel abstützt, kann sich befreien.

Uelzen. „Alles in Ordnung?“ Martha Studtmann krabbelt auf allen Vieren aus dem Auto.

Doch das herzhafte Lachen von Martha und ihrer Mutter Melanie Studtmann, die beim Überschlag auf dem Nachbarsitz saß, lässt bei Elke Redenius-Rehling von der Verkehrswacht keine Fragen offen. Gerade haben sich die beiden in dem VW Beetle mehrmals um ihe Achse gedreht. Der Überschlagssimulator, der sich am Sonnabend auf dem DEKRA-Gelände dreht, ist Teil des Verkehrssicherheitstrainings für junge Fahrer von Verkehrswacht und DEKRA.

„Unfallopfer, die aus einem überschlagenen Fahrzeug klettern, geraten häufig in Panik und könnten sich selbst gefährden“, erklärt Uwe Kalischefski. Wesentlich wichtiger ist für die Sicherheitsfachleute, deutlich auf das verkehrsgerechte Verhalten vor Fahrtantritt hinzuweisen.

Bastian Köhler krabbelt aus dem Auto.

Ein Dauerbrenner ist die Ladung. „Nicht nur die Wasserkisten im hinteren Teil des Fahrzeugs, sondern auch die Tasche auf dem Beifahrersitz, die Kaffeetasse im Becherhalter oder das Handy auf der Mittelkonsole können bei einem Unfall zu gefährlichen Geschossen werden.“ Um das deutlich zu machen haben die Leute von der Verkehrswacht verschiedene Plüschtiere im Fahrzeuginneren verteilt. „Außerdem sollte der Gurt zu jeder Zeit richtig anliegen, der untere eng über dem Becken“, erklärt Wolfgang Rehling. Dicke Jacken sollten vor Fahrtantritt ausgezogen werden oder geöffnet werden, um den Gurt richtig anzulegen. Liegt der Gurt zu weit oben, könnte er auf die inneren Organe drücken. „Der obere Gurt soll nicht am Hals, sondern genau über der Schulter liegen.“

Der VW Beetle ist in den Überschlagssimulator eingespannt.

Auch für Fahrzeuginsassen mit langen Haaren gibt es Tipps, denn die Haare sollten immer über dem Gurt herunter hängen. Es sei sehr schmerzhaft, wenn der Gurt die eingeklemmten Haare bei einem Unfall herausreißt. Dann geht alles ganz schnell. Im Simulator wird das Auto mit den beiden Teilnehmern zweimal hin- und her und dann einmal rundherum mit dem Dach nach unten gewendet. Kreischend und lachend krabbeln sie aus dem Auto. „Alles richtig gemacht“, lobt Rehling. Wenn das Auto auf dem Dach liegen bleibt, hängen sicher angeschnallte Unfallopfer nicht selten völlig unversehrt im Gurt. „Dann ist es wichtig, den Druck auf den Gurt zu entlasten“, erklärt Rehling, „indem man sich mit beiden Händen und einem Fuß am Dach abstützt, um dann mit einer Hand den Gurt ausklinken zu können.

Das war wie ein Looping in der Achterbahn“, meint Martha Studtmann. „Und es war schwer, sich im überschlagenen Wagen zurecht zu finden“, erzählt Anna Lena Dreyer: „Erst mal sehen, wo oben und unten ist.“

Von Angelika Jansen

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