Zeichen stehen auf Wachstum

Uelzena will bei neuen Aufträgen das Nowka-Gelände erschließen

Die Produktionshallen auf dem Nowka-Gelände wurden abgerissen. Jetzt ist Platz für einen Uelzena-Ausbau.

Uelzen. Auch wenn es sich nicht auf den ersten Blick erschließt: Eine Brachfläche mit sonnenvertrocknetem Gras ist Ausdruck der wirtschaftlichen Erfolge von Uelzena.

Auf die Mischung kommt es an: Das Unternehmen produziert auch Diätdrinks und Sportgetränke.

In den vergangenen zehn Jahren hat das Unternehmen seine jährlichen Umsätze mehr als verdoppeln können – von rund 258 Millionen Euro auf 557 Millionen Euro. Und die Zeichen stehen weiter auf Wachstum. Uwe Radke, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb, geht bei der Produktion von Instantgetränken, Nahrungsergänzungmitteln und Sportgetränken von einem stärkeren Absatz in den nächsten Jahren aus. Mit Kunden sei man in Verhandlungen, sagt Radke. Und in der Schublade liegt ein Plan für die Erweiterung des Uelzener Werkes „Im neuen Felde“.

2012 hat Uelzena das Werksgelände des Konservenherstellers Nowka erworben, um bei Bedarf handlungsfähig zu sein. Für die 42 000 Quadratmeter, die unmittelbar an das Uelzena-Werk angrenzen, wurde inzwischen ein erster Bebauungsplan erstellt, so Radke. Wo derzeit, von Baustellengittern eingezäunt, noch Gras verdorrt, soll, wenn neue Aufträge fix sind, das vorhandene Werk ausgebaut werden.

„Wir setzen nicht wie beim Poker alles auf eine Karte und bebauen das ganze Areal“, sagt Radke. Stückweise soll Vorhandenes um das Benötigte ergänzt werden. Millionenbeträge wird die Erweiterung trotz allem kosten, so der Geschäftsführer. Ein Anlagenturm wie er auf dem Werksgelände bereits in die Höhe ragt, in dem beispielsweise Kaffee- und Kakaopulver in einem Sprüh-Trocknungsverfahren produziert wird, würde beispielsweise mit mehr als zehn Millionen Euro zu Buche schlagen. Bei einem weiteren „gesunden Wachstum“ des Unternehmens sei mit Bauvorhaben auf dem Nowka-Gelände in den nächsten fünf Jahren zu rechnen, sagt Unternehmenssprecherin Karina Bode-Koch.

Dass Uelzena ein Werksausbau plant, ist einem langfristigen Unternehmenskonzept geschuldet, sagt Radke. Uelzena ist mittlerweile weit mehr als ein Milchveredeler und damit nicht mehr völlig dem Milchmarkt mit seinen Preisschwankungen unterworfen. Wegen fallender Milchpreise laufen die Bauern derzeit wieder Sturm.

Das nach dem Prinzip einer Genossenschaft aufgebaute Unternehmen hat sich bei der Produktion auf Geschäftsbereiche gestürzt, die „Zukunft haben“, wie Radke sagt. Die Menschen wollen länger im Leben aktiv sein – Uelzena produziert Sportgetränke. Es gibt steigende Adipositaszahlen – Uelzena produziert Shakes als Mahlzeitersatz. Der Kaffee für „auf den Weg“ ist mittlerweile gängig.

Der Außer-Haus-Konsum nehme zu, in Ländern wie China gebe es noch ganz andere Absatzmöglichkeiten, so Radke. „Diese Märkte wachsen, größere Absätze sind möglich und es gibt neue Kunden“, erklärt der Geschäftsführer. Uelzena wachse mit, um auch den Anforderungen der Kunden genügen zu können, und habe dafür mit dem Nowka-Gelände auch die geeigneten Fläche für eine Ausbau.

Von Norman Reuter

Mehr zum Thema

Kommentare