Schwieriges Jahr für Uelzener Molkereigruppe / Besserung in Sicht

Uelzena: Gewinn halbiert

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Die Uelzena hatte Freitag zu ihrer Generalversammlung in die Jabelmannhalle geladen. Vorstandsvorsitzender Claus-Peter Witt verkündete nicht das beste Jahresergebnis der Genossenschaft.

Uelzen. In seinem letzten Geschäftsbericht als Vorstandsvorsitzender der Uelzener Molkerei- und Nahrungsmittelgruppe Uelzena präsentierte Claus-Peter Witt „nicht eines der besten Geschäftsjahre“.

Unterm Strich hat sich der Gewinn der Genossenschaft im vergangenen im Vergleich zu 2014 mehr als halbiert. Erzielte der Konzern mit seinen diversen Töchtern vor zwei Jahren noch einen Überschuss von 3,27 Millionen Euro, schrumpfte dieser im vergangenen Jahr auf rund 1,53 Millionen Euro zusammen. Der Gewinn fließt laut Versammlungsbeschluss in die Rücklagen der Uelzena.

Claus-Peter Witt

Dennoch malte der zum Ende des Jahres aus Altersgründen scheidende Uelzena-Chef nicht in Schwarz. „Wir können aber noch ein etwas zufriedenes Jahr zur Kenntnis nehmen“, verkündete er am Freitagnachmittag in der Jabelmannhalle. Mehr als betrüblich ist hingegen die Situation für die Lieferanten der Uelzena, die Milchbauern. Bereits im vergangenen Jahr musste das Unternehmen die Auszahlungspreise an die Landwirte auf Grund der schlechten Marktlage (Russland-Embargo etc.) um 8,4 Cent je Kilogramm Milch auf 29,19 Cent je Kilo senken. Damit lag man zum fünften Mal auf dem Niveau des Bundesdurchschnitts, so Witt. Die Lage hat sich indes weiter verschlimmert. Im abgelaufenen Juni erhielten die Milchproduzenten der Uelzena nur noch 24,5 Cent je Kilogramm Milch.

Gleichwohl skizzierte Claus-Peter Witt einen Hoffnungsschimmer für die leidgeprüften Milchvieh-Halter: „Wir werden in den nächsten Monaten versuchen, eine weitere Absenkung des Auszahlungspreises zu vermeiden.“ Es gebe seit Juni positive Preis-Entwicklungen bei Milchpulver, Butter sowie etwas abgeschwächt beim Käse, berichtete Witt.

Aufgrund des schlechten Marktes sank auch der Umsatz der Uelzena. Und zwar um sechs Prozent auf 526 Millionen Euro. Der Absatz der Hauptproduktgruppen kletterte hingegen um 21 Prozent auf 211 Millionen Kilogramm. Witts Fazit: Wir sind gut aufgestellt.“ Das wird sein Nachfolger, Jörn Dwehus, gerne vernommen haben. Der Noch-Hauptgeschäftsführer des Landvolks Niedersachsen tritt im Januar Witts Erbe an und hörte Freitag ebenfalls in der Jabelmannhalle zu.

Von Jens Schopp

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