Stadtwerke „mycity“ geben höhere Einkaufskosten weiter

Gas in Uelzen wird teurer

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Schwankungen auf dem weltweiten Gasmarkt sowie eine höhere Regelenergieumlage sind laut Stadtwerken die Gründe für einen höheren Preis bei zwei Gastarifen. Etwa die Hälfte der Gasabnehmer der Stadtwerke sind betroffen.

Uelzen. Die Stadtwerke Uelzen – „mycity“ – werden den Preis für zwei Gas-Tarife ab dem 1. Oktober heraufsetzen. An etwa die Hälfte der Verbraucher, die von den Stadtwerken Gas beziehen, flatterte in diesen Tagen ein Brief mit der Ankündigung ins Haus.

Betroffen sind der Grundversorgungstarif für Gas (GVV) und der Gastarif „mycity flex“. „Mycity flex“ sei preislich an den GVV gebunden, so „mycity“. Weitere Produkte seien nicht betroffen, der Strompreis bleibe stabil.

Konkret erhöht sich der GVV um 0,35 Cent pro Kilowattstunde (kWh) von 5,75 auf 6,10 Cent pro kWh. Auch der Preis für Gas aus dem Tarif „mycity flex“ erhöht sich um 0,35 Cent – von 5,46 auf 5,81 Cent pro kWh. Der Preis für die Tarife hat sich damit 33 Monate stabil gehalten: Am 1. Januar 2010 wurden die bis Oktober geltenden Preise festgesetzt. Die letzte Verringerung der Preise davor gab es am 1. April 2009. Damals wurde der Preis des GVV um 1,55 Cent von 6,54 Cent auf 4,99 Cent/kWh herabgesetzt.

Der Grundversorgungstarif GVV unterliegt laut Pressestelle der Stadtwerke aktuellen Marktschwankungen. „Da die Preisentwicklungen des Marktes sehr dynamisch verlaufen, werden auch die Einkaufskonditionen angepasst“, so heißt es. Der Einkaufspreis für Gas sei ein Börsenpreis. Er reagiere auf Angebot und Nachfrage: Ladenhüter werden billig – Begehrtes steigt im Preis. Hinzu kämen politische und geopolitische Faktoren, „mycity“ nennt die Krise im nahen Osten oder auch die Fukushima-Katastrophe. Angesichts von Unsicherheiten anderer Energielieferanten (Öl aus dem nahen Osten, Atomkraft aus Japan) steige die Nachfrage nach Gas. Die Folge: „Die Preise haben sich deutlich erhöht“, sagt Franziska Albrecht, Pressesprecherin des Unternehmens. „Wir müssen nun die erhöhten Einkaufskonditionen auch an unsere Kunden weitergeben.“ Außerdem sei die Regelenergieumlage um das Doppelte gestiegen. Diese Umlage werde zweimal im Jahr erhoben und ist eine Leistung für außerplanmäßige Ausfälle, etwa den Ausfall eines Kraftwerkes. Dies ist ein sehr geringer Anteil des Gaspreises und wird von staatlichen Regulierungsbehörden kontrolliert.

Der Verbrauch wie auch der internationale Preis von Gas sei von den Stadtwerken nicht zu kontrollieren – es fehlt eine Planungssicherheit zum festen Kalkulieren von Kosten. Das gilt für die Kunden als auch für die Stadtwerke, die ihre Einnahmen gern genau einschätzen wollen, also nicht durch Preisschwankungen ihre Bilanzen neu berechnen müssen. „Mycity“ bietet seinen Kunden deshalb gern Fix-Tarife an. Entsprechende Ermunterungen finden sich in der Post an die Kunden, deren Preis jetzt gestiegen ist.

Von Seiten der Stromversorgung Osthannover (SVO) soll es derzeit keine Preiserhöhungen geben.

Von Kai Hasse

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