Bombardier demonstriert am OHE-Werk partnerschaftliche Fahrzeug-Instandhaltung

Uelzen – Vorbild für Berliner S-Bahn

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Uwe Kreuz (links), Betriebsleiter im OHE-Werk, und Michael Claus-ecker von Bombardier (rechts) erörtern gestern in Uelzen, wie die Zusammenarbeit funktioniert.

Uelzen/Berlin. Die technische Instandhaltung der Züge im Betriebswerk Uelzen könnte in Zukunft als Vorbild für die Berliner S-Bahn dienen, denn die Kooperation zwischen dem Eisenbahnunternehmen Metronom und dem Fahrzeughersteller Bombardier sowie mit der Osthannoverschen Eisenbahn Aktiengesellschaft (OHE) und der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) hat sich in zehn Jahren Verkehrsbetrieb praktisch bewährt.

Auf Basis dieser Erfahrung bewirbt sich Bombardier nun um den Betrieb des S-Bahnnetzes in Berlin.

Eine Abordnung aus Berlin mit der Bombardier-Geschäftsführung und Fachjournalisten sowie LNVG-Vertretern machten sich gestern vor Ort im OHE-Werk in Uelzen ein Bild von der Zusammenarbeit aller Parteien. „Mit neun Millionen Zugkilometern pro Jahr ist das Volumen des ausgeschriebenen S-Bahn-Teils in Berlin vergleichbar mit dem des Metronom“, erklärt Michael Clauecker, Vorsitzender der Bombardier-Geschäftsführung, gestern im AZ-Gespräch vor Ort. „Das Werk in Uelzen ist absolut vorbildlich“, betont er, „es gibt hier eine sehr partnerschaftliche Aufgabenteilung und die Kundenzufriedenheit ist hoch.“

In Berlin sehe das derzeit anders aus, ist gestern zu erfahren. Zurzeit betreibe die Deutsche Bahn die dortige S-Bahn und halte sie gleichzeitig auch instand – wegen immer größer werdender Wartungsintervalle allerdings mehr schlecht als recht, weiß ein Insider. Bombardier will nun am Beispiel Uelzen demonstrieren – deshalb auch der Tross Fachjournalisten –, dass es auch im Miteinander mit Partnern gehe, und zwar effektiv und reibungslos.

Der Fahrzeughersteller Bombardier, der die Metronom-Züge baut, gewährleistet im OHE-Werk die Funktionstüchtigkeit der Wagen und Maschinen. Ein Teilelager, das von der Schraube bis zum Wagenrad Material im Wert von 4,5 Millionen Euro beherbergt, sorgt dafür, dass Störungen schnell behoben werden können. Sechs Bombardier-Mitarbeiter sind in Uelzen vor Ort, um die Werkstattabläufe zu koordinieren; die physische Arbeit an den Zügen übernimmt die OHE.

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