Der Stadtarchivar und Autor starb im Alter von 73 Jahren

Uelzen trauert um Reimer Egge

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Dr. Reimer Egge (†)

Uelzen. Die Stadt Uelzen trauert um ihren Stadtarchivar, Autor und früheren Museumsleiter: Dr. Reimer Egge starb am Donnerstag im Alter von 73 Jahren.

Anfang der 80er Jahre stand die Forderung nach Aufarbeitung der Geschichte der Stadt Uelzen im Dritten Reich. Hierfür hatte die Stadt Uelzen eine AB-Maßnahme ausgeschrieben, für die Dr. Reimer Egge eingestellt wurde. So entstand sein erstes Buch „Vom Stresemann zum Braunhemd“.

In der Folge erschienen viele weitere Publikationen insbesondere von der Uelzener Nachkriegsgeschichte bis zur Gegenwart sowie zur Wirtschaftsgeschichte von Dr. Reimer Egge. Besonderes Augenmerk legte er auch auf die Behandlung der NS-Zeit und der örtlich handelnden Personen in der Stadt Uelzen.

Ab 1983 erarbeitete Egge zusammen mit Fritz Röver das Ausstellungskonzept für das neu einzurichtende Museum im Schloss Holdenstedt, setzte es um und war der erste hauptamtliche Museumsleiter im Schloss. Diese Aufgabe nahm er bis 2001 wahr. Danach war er Archivar der Stadt Uelzen und hat den Umzug des Archivs aus den provisorischen Räumen in der Stadtbücherei ins neue Rathaus organisiert und verwirklicht.

Seit seiner Pensionierung im Jahre 2005 war er als Ehrenbeamter weiterhin Leiter des städtischen Archivs. Die Arbeit sollte mindestens bis zum Ablauf dieser Wahlperiode (2016) fortgesetzt werden.

Besonders beliebt bei den Mitgliedern des Museums- und Heimatvereins waren Studienreisen, die Reimer Egge in den 90ziger Jahren nach Italien (Rom) durchführte.

Der Stadt Uelzen hat Egge im letzten Jahr eine von ihm zusammengetragene wertvolle Gläser-, Keramik- und Bildersammlung schenkweise übertragen.

Als Privatmann lebte Dr. Reimer Egge sehr gesundheitsbewusst und suchte den sportlichen Ausgleich zu seiner Schreibtischarbeit.

Einige seiner Publikationen waren „Handelsgeschichte der Stadt Uelzen“, „Die St.-Marien-Kirche zu Uelzen“ und „Gesichter einer Stadt – 725 Jahre Uelzen“.

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