Uelzen steht vor Schulstreit

Künftig Gesamtschule statt Realschule in der „Theo“? – die SPD-Fraktion will jetzt den Elternwillen für die Gründung einer Integrierten Gesamtschule in Uelzen ermitteln. Foto: Ph. Schulze

Uelzen/Hannover. Der in der Landespolitik gescheiterte „Schulfrieden“ schlägt jetzt auch im Landkreis Wellen: Während die SPD-Fraktion im Uelzener Stadtrat noch im März eine Entscheidung für eine Befragung der Eltern im Stadtgebiet für die Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) herbeiführen will, setzt die CDU nach den sich nunmehr abzeichnenden Erleichterungen für die Gründung von Oberschulen auf dieses neue Schulmodell für die ländlichen Schulen im Landkreis.

Die von der Uelzener SPD angestrebte Elternbefragung steht am nächsten Dienstag auf der Tagesordnung des Schulausschusses und soll zwei Wochen später vom Verwaltungsausschuss beschlossen werden. Der Vorschlag der Verwaltung lautet: „Der Schulausschuss empfiehlt dem Verwaltungsausschuss, die Verwaltung mit der Durchführung einer zeitnahen Elternbefragung zur Einrichtung einer IGS am Standort der heutigen Theodor-Heuss-Realschule (THS) zu beauftragen.“

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Nach derzeitigem Stand kann eine IGS nur gegründet werden, wenn 120 Schüler pro Jahrgang nachgewiesen und somit fünf Eingangsklassen gebildet werden können. Die dafür notwendigen 30 Klassenräume für die Jahrgänge 5 bis 10 sieht die Stadtverwaltung nur an der heutigen THS, die über 24 Räume verfügt. Die Realschule nutzt derzeit acht Räume in der Schillerschule, die die Verwaltung auch für eine Gesamtschule mit einberechnet.

„Die SPD will mit aller Macht eine Gesamtschule und macht damit die Schullandschaft im Landkreis kaputt“, empört sich CDU-Fraktionsvorsitzender Stefan Hüdepohl über den Vorstoß der Sozialdemokraten. Die Christdemokraten setzen auf ein kreisweites Konzept – und die Oberschule. Die Zusammenfassung von Haupt- und Realschulen zu dieser neuen Schulform soll nunmehr für den ländlichen Raum erleichtert werden, berichtet CDU-Landtagsabgeordneter Jörg Hillmer über den neuesten Beschluss der CDU-Landtagsfraktion vom Dienstag: „Damit können die Planungen an den Standorten in unserem Landkreis – in Bad Bodenteich, Rosche, Ebstorf und Suderburg – weiter vorangebracht werden.“ Ein wohnortnahes Schulangebot könne so erhalten werden, betont er.

Dem widerspricht SPD-Kreistagsfraktionschef Jacques Voigtländer: „Kreis-, Stadt- und Landes-CDU haben Probleme, die Vorteile der Oberschule öffentlichkeitswirksam herauszuarbeiten – verständlich, weil es keine gibt.“ Voigtländer bemängelt, dass so keine zusätzlichen gymnasialen Angebote in der Fläche entstünden und plädiert für neue Modelle. So kann sich etwa die Kooperation einer IGS in Uelzen mit der Haupt- und Realschule Suderburg vorstellen. Die Größe der KGS in Bad Bevensen sei zudem „nicht das Gelbe vom Ei“.

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Von Marc Rath

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