Einzelhändler der Innenstadt laden von 12 bis 17 Uhr zum verkaufsoffenen Sonntag ein

Uelzen rollt den roten Teppich aus

+
Mit Kind und Kegel durch die Uelzener Innenstadt flanieren – am verkaufsoffenen Sonntag gibt es Gelegenheit zum Bummeln, Schauen und Kaufen.

Uelzen. Einkaufen, Inspirationen sammeln, Gucken und Bummeln – der zweite verkaufsoffene Sonntag des Jahres steht in Uelzen ins Haus. Grund genug, mit Joachim Lotz vom Vorstand des Handelsvereins über das bevorstehende Ereignis und seine Besonderheiten zu sprechen.

AZ: Herr Lotz, früher war es doch so, dass parallel zu einem Verkaufsoffenen auch ein Markt veranstaltet werden musste...

Lotz: Ja, diese gesetzliche Regelung gab es einmal. Sie ist inzwischen aber aufgehoben worden. Wir könnten heute vier Mal pro Jahr sonntags die Geschäfte öffnen, ganz ohne Markt.

Und das tun Sie auch?

Nein, in Uelzen gibt es traditionell zwei verkaufsoffene Sonntage im Jahr. Einen im Frühjahr, einen im Herbst. Für vier Sonntage pro Jahr fehlt dem Handelsverein das Geld. Außerdem möchten wir keine Inflation dieser Tage, sondern sie sollten etwas Besonderes sein.

Worauf dürfen sich die Besucher Uelzens denn an diesem Sonntag freuen?

Uelzen rollt am Sonntag sozusagen den roten Teppich aus. Die Einzelhändler werden ihre Türen von 12 bis 17 Uhr geöffnet haben und viele Geschäfte locken an diesem Tag mit individuellen Rabatten. Es lohnt sich also, einfach mal die Zeit zu nutzen und in jedes Geschäft hineinzugehen. Außerdem werden um 17 Uhr die zwei Holzskulpturen vor dem Alten Rathaus versteigert, die der Hösseringer Holzbildhauer Andree Löbnitz gefertigt hat – aus zwei Weihnachtsbäumen vom letzten Weihnachtszauber. Vor zwei Jahren waren diese festgefroren, dann haben wir sie einfach für diese Aktion stehen lassen, und mit der Versteigerung für eine gute Sache eine neue Tradition begonnen.

Klingt nach etwas Besonderem.

Ja, es sieht toll aus. Andree Löbnitz hat im Frühling aus dem Holz die Skulpturen „Eulenfamilie“ und „DenkMal“ gesägt. Und der Erlös aus der Versteigerung ist für das Uelzener Tierheim und die Tiertafel bestimmt. Ich hoffe natürlich, dass die Auktion gut läuft. Nicht zuletzt auch, weil wir allmählich den Platz vor dem Alten Rathaus für die nächsten Weihnachtsbäume brauchen...

Was gibt es noch Schönes?

Ich hoffe, dass viele meiner Kollegen im Einzelhandel kreativ sind und ihre Unternehmen und Angebote am Sonntag in einem positiven Licht präsentieren. Denn die Stadt braucht den Einzelhandel, und der Einzelhandel braucht seine Kunden. Mit jedem Euro, den die Kunden zum Beispiel im Internet ausgeben, schädigen sie den stationären Handel, der aber die Beratungsleistung für die Kunden bringen soll. – Und dann wundert man sich, dass der Einzelhandel irgendwann nicht mehr da ist.

Schwere Zeiten im stationären Einzelhandel also?

Ja, so ist es. Eine Stadt war von je her immer ein Handelspunkt. Stirbt aber der Handel, stirbt auch die Stadt.

Was können denn die Einzelhändler tun, um dieser Entwicklung entgegenzusteuern?

Die Kunden stimmen mit den Füßen ab. Es müssen Wege gefunden werden, um eine Kundenbindung zu gestalten. Zum Beispiel durch Mehrwerte, die beim Kauf eines Produktes geschaffen werden – indem man dem Kunden attraktive Pakete schnürt. Oder durch Gutscheine, die Kunden für ihren nächsten Einkauf erhalten. Auch Rabatte sind natürlich eine Möglichkeit. Der Preis ist aber nur ein Aspekt: Viel wichtiger ist der Faktor Mensch. Freundlichkeit, menschliche Nähe, Beratung und weitere Serviceleistungen kann das Internet in dieser Form nicht bieten.

Also sollten die Kunden – natürlich nicht nur am Sonntag – die Augen aufhalten?

Auf jeden Fall. Uelzen ist im Landkreis Uelzen das Einkaufszentrum, und das war es schon immer. Es kann sich aber als Einkaufsmittelpunkt nur dann weiterentwickeln, wenn die Kunden es auch honorieren. Man sieht es ja an Ansiedlungen wie zum Beispiel von C&A, dass Uelzen attraktiver ist, als manche es sehen. Am Sonntag gibt es auf jeden Fall Gelegenheit dazu, das zu entdecken.

Von Ines Bräutigam

Kommentare