CDU will vorsorglich mehr Flächen bereitstellen – Stadt verweist auf zu hohe Kosten

Ist Uelzen fit für mehr Industrie?

Der Uelzener Hafen ist einer der Schwerpunkte hiesiger Industrieansiedlung. Die Stadtverwaltung sieht hier noch Erweiterungsmöglichkeiten, ebenfalls auf benachbarten Flächen im Bereich Ripdorf-Süd. Foto: Ph. Schulze

Uelzen. Industrie heißt Wirtschaftskraft und Arbeitsplätze. Gerade im ländlichen Raum ist es deshalb unerlässlich, möglichst viele Betriebe in das eigene Einzugsgebiet zu holen.

Doch tut die Stadt Uelzen genug, um potentiellen Interessenten etwas anbieten zu können? Die CDU hat da ihre Zweifel – und fordert deshalb die Verwaltung auf, dafür zu sorgen, größere Gewerbegebiete vorzuhalten. „Wir können uns nicht leisten, Investoren ziehen zu lassen, weil wir keine gewerblichen Flächen in ausreichendem Maße bereitstellen können“, heißt es in einem entsprechenden Antrag, den erstmals der städtische Bauausschuss diskutierte.

„Da die kompletten Gewerbegebiete fast komplett vermarktet sind, muss muss man sofort Erweiterungsflächen oder neue Flächen beplanen“, argumentieren die Christdemokraten. Die Zeit sei günstig: „Dass Uelzen für Wirtschaftsunternehmen von Interesse ist, hat sich in den Ansiedlungen der vergangenen Wochen und Monate gezeigt.“

Baudezernent Karsten Scheele-Krogull legt Wert darauf, dass die Stadt Uelzen ihre Hausaufgaben bezüglich Gewerbeansiedlung gemacht habe: „Wir haben nicht einen einzigen ernstzunehmenden Interessenten vor die Tür setzen müssen, weil wir keine Fläche bieten konnten.“ Und die SPD vermochte den Sinn des CDU-Antrages nicht zu sehen: „Dieses Ziel steht doch schon im Haushaltsplan“, erklärte Uwe Holst. Man wolle „das Ziel noch untermauern“, begründete Hans-Jürgen Heuer das Begehren. „Wortklauberei“, konterte Holst.

Dass man Ansiedlungs-Interessenten etwas bieten muss, ist unstrittig – doch welches ist die richtige Vorgehensweise. Flächen komplett erschlossen vorzuhalten, die dann womöglich nie von Gewerbe genutzt werden, sei ein teures Vergnügen, argumentierte der Baudezernent: „Die Erschließung beansprucht einen nicht unerheblichen Teil unseres Haushaltes.“

Die Stadt setzt vielmehr auf Options-Politik. Wenn es Interessenten gibt, will man ihnen Möglichkeiten aufzeigen und auch Tauschflächen in der Hinterhand haben. Das Gebiet Uelzen-Nord, im Hafen und mittelfristig entlang der geplanten Autobahn 39 – dort befinden sich Flächen, in denen sich die Bauverwaltung eine weitere industrielle Planung vorstellen kann. Auch zwischen Uhlenköperpark und Albrecht-Thaer-Gelände liege ungenutztes Bahngelände, das ein Standort für nicht lärmendes Gewerbe oder Bürogebäude sein könne.

Von Thomas Mitzlaff

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