Neubau soll Plätze für 36 Menschen bieten / Leiter der Altenhilfe: Es entstehen 40 attraktive Arbeitsplätze

DRK Uelzen investiert Millionen: Neues Gesicht für die Ripdorfer Straße

+
Der geplante Neubau wird in unmittelbarer Nähe weiterer DRK-Einrichtungen sein. Mitnutzungen sind beabsichtigt.

sk Uelzen. Die Ripdorfer Straße bekommt ein neues Gesicht: Durch eine Millionen-Investition des DRK Uelzen werden auf dem Gelände der Grundstücke 11 und 13 auf zwei Ebenen und einer Grundfläche von 900 Quadratmetern Wohngruppen-Plätze für 21 Menschen entstehen.

Außerdem 15 Plätze in einer teilstationären Tagespflegeeinrichtung.

Rüdiger Schlechter

„Wir wissen, dass es die Nachfrage gibt, wir nehmen das über unseren ambulanten Pflegedienst wahr“, berichtet Rüdiger Schlechter, beim DRK Uelzen Bereichsleiter Altenhilfe. Von einem Angebot, das es „in der Gegend noch nicht gibt und das unser Angebot im Bereich der Altenhilfe abrundet“, spricht DRK-Vorstandsvorsitzender Heinz Meierhoff vorab. Geplant sind durch die Investition im „niedrigen siebenstelligen Bereich“ drei Wohngruppen, die älteren oder pflegebedürftigen Menschen eine Mischung aus selbstständigem Wohnen und – je nach Bedarf – intensiver Pflege rund um die Uhr bieten sollen.

So sieht es derzeit noch an der Ripdorfer Straße aus. Innerhalb der nächsten zwei Wochen sollen Abrissarbeiten beginnen.

Das Wohngruppen-Konzept sieht vor, dass jeweils sieben Bewohner eigenen Wohnraum bekommen, es aber zusätzliche Räume für gemeinsames Kochen und Essen sowie für soziale Aktivitäten gibt. Gartenpflege, Fensterputzen, Müll raustragen – vieles, das im Alter lästig wird, werde den Bewohnern abgenommen. Bei allem „Betüdeln“ bleibe es aber Ziel, dass die Bewohner so selbstbestimmt wie möglich weiter lebten und sich, beispielsweise beim Essen machen und der Freizeitgestaltung, selbst organisierten: „Skat dreschen“, Pizza bestellen, nach Lust und Laune ins Kino oder auch die Angebote im nahen DRK-Zentrum nutzen – all das soll möglich sein.

„Wir können auch Menschen mit speziellem pflegerischen Bedarf, bis zu 24 Stunden am Tag, aufnehmen“, sagt Meierhoff in Hinblick auf eine der drei künftigen Wohngruppen weiter. Diese richte sich insbesondere an Menschen, die nach Operationen oder ähnlichem auf lebenserhaltende Geräte angewiesen seien, aber dennoch an dem sozialen Leben teilhaben wollten. Vergleichbare Angebote seien bisher vor allem in Mecklenburg-Vorpommern etabliert, so Meierhoff.

Die Tagespflegeeinrichtung werde mit ihrer Öffnung an sieben Tagen die Woche ebenfalls einen besonderen Service bieten. Angedacht seien individuell gestaltbare Nutzungszeiten und bei Bedarf auch Transportmöglichkeiten, so Meierhoff. Die Bauarbeiten beginnen noch 2016.

Viele Angehörige von Pflegebedürftigen wie Demenzkranken könnten beispielsweise die Teilentlastungen durch eine Tagespflege gut gebrauchen. Konkret fragten sich Angehörige beispielsweise: „Was mache ich am Wochenende mit meiner Mutter?“ Und dass nicht unbedingt nur, weil die eigenen Kräfte ausgehen, sondern auch, weil es schön wäre mal wieder etwa nach Hamburg zu fahren. Mit flexiblen Öffnungszeiten sollen die individuellen Betreuungszeiten ermöglicht werden. Auch für künftige Arbeitnehmer werde es an der Ripdorfer Straße so interessant: Durch flexible Arbeitszeitmodelle und unterschiedliche Tätigkeitsfelder mache man sich seitens des DRK trotz Arbeitskräftemangel in den Pflegeberufen keine Sorge, die 40 neuen Arbeitsplätze zu besetzen, so Schlechter.

Von Steffen Kahl

Kommentare