AZ-Redakteurinnen testeten die Glühweinstände auf dem Weihnachtsmarkt

Uelzen mag es heiß

Die Frauen der AZ-Redaktion testeten den Glühwein auf Uelzens Weihnachtsmarkt: Lea Bernsmann, Wiebke Brütt, Diane Baatani und Ines Bräutigam (von links). Foto: Wendlandt

Redakteure haben um 18 Uhr Feierabend? Von wegen. Für uns beginnt die Arbeit jetzt erst richtig – vor uns liegt der ultimative Glühwein-Test auf dem Uelzener Weihnachtsmarkt. Mit sieben Stationen haben wir uns viel vorgenommen.

Bewertet werden sollen Geschmack, Service und Auswahl. Na denn, Prost!.

Wir starten beim „Punsch-Pavillon“. Hier gibt es in lauschiger Kerzenlicht beschienener Höhlen-Atmosphäre eine Riesen-Auswahl: Lumumba, Hüttenzauber, Eisbrecher, Apfel-, Kirsch- und Eierpunsch, Kaffee in verschiedenen „Schuss-Variationen“ und natürlich Glühwein. Sogar weißen. Der macht uns neugierig. In dekorativen, mittelalterlich anmutenden Tonkrügen reicht Julian Behn den heißen Weißen. „Die Becher leihen wir uns extra aus Hamburg, die halten lange heiß und wärmen die Hände“, verrät der Uelzener. Geruchsmäßig in Richtung Sauerkraut tendierend, schmeckt dieses Heißgetränk recht gut nach trockenem Weißwein. Keine typische Zimtnote, wie man sie von der klassischen roten Variante kennt. Nicht zu süß, nicht zu sauer. Preis: 2 Euro, plus 3 Euro Pfand.

Direkt gegenüber hat die Ratsweinhandlung einen Stand. Wie in einem guten Restaurant gibt es eine kleine Auswahl an Klassikern. Gerd-Ingo Schulte empfiehlt den „Original Uelzener Glühwein“. Samtig, sehr fein, mild und dennoch vollmundig – wie ein guter Rotwein eben. Ohne Gewürze geht’s hier nicht: Rum, Zimt, Kardamom (wichtig, sagt Schulte) und Nelken (deren Duft sofort in die Nase zieht!) werden dem edlen Tropfen beigefügt. Zucker mischt Schulte allerdings so gut wie keinen bei – dafür steht zum Nachsüßen der Zuckerstreuer auf dem Tresen. Preis: 2,50 Euro, plus 1 Euro Pfand.

Ein paar Snack-Buden weiter wartet die „Jägerhütte“. Überwältigt vom exotischen Angebot aus Feuerzangenbowle, Hot Caipirinha, Heißer Joghurette (warme Milch mit Erdbeerlikör), Kakao mit After Eight-Schuss oder selbstgemachtem Eierpunsch, fragen wir Helma Mantau um Rat. Die Chefin empfiehlt Heidelbeer-Glühwein. Fruchtig, kräftig, dampfend – der Geschmack erinnert an Holunderbeersaft, den es zu Kindheitstagen bei Grippe gab, und sommerliche Früchte gleichermaßen. – Und ist da ein Hauch von Vanille im Duft? Die 9 Prozent Alkohol schmeckt man kaum (kann aber auch daran liegen, dass sich die Ersten von uns gerade die Zunge verbrannt haben...) Preis: 3 Euro und 2,50 für den klassischen Glühwein.

Auf geht’s zur mycity-Eisbahn, wo uns zum „Heißer Hirsch“ nach geheimer Rezeptur des Catering-Experten Alexander Barths geraten wird. Auch wenn es die heiße Schokolade des Nordzucker-Kantinenleiters mit 2 cl Jägermeister ganz schön in sich hat, schmeckt der Kakao mit dem fluffigen Schaum schön süß und cremig und nicht wirklich nach Alkohol, eher nach mehr. Aber wir müssen weiter. Und statt Gemütlichkeit locken hier ohnehin eher die knusprigen Pommes Frites. „Heißer Hirsch“-Preis: 2,50 Euro, Glühwein: 2 Euro.

Gegenüber des Glemme-Adventskalenders bekommen wir von Jürgen Schramm persönlich einen „guten heißen Rotwein“. Aus der Regent-Rebe, Ernte 2011. Denn außer einem guten Wein brauche ein guter Glühwein nichts, erklärt der Winzer im kernigen Rheinhessen-Dialekt. „Die meisten Gäste schaffen keine zwei Gläser“, lacht er. Die 11 Prozent Alkohol sind tatsächlich schon nach den ersten Schlucken spürbar – aber auch eine ganz feine Zimt- und Nelkennote. Eigentlich der „klassische Glühwein“. Preis: 2 Euro.

Mit ersten Erschöpfungen kämpfend ordern wir bei „Bier-Otto“ zu Gunsten der Berichterstattung einen Kinderpunsch. Ohne Alkohol, versteht sich. Kirsch- und Johannisbeersäfte, Nelken und allerlei geheime Ingredenzien seien darin, erfahren wir von Dennis Schmidt. Preis: 1,50 Euro und 1,80 Euro für die Alkoholvariante.

Einer geht noch – also auf zum Riesenrad. Dort erwartet uns Kurt Kleuser. Wir fragen nach seinem „Renner“ und bekommen eine ausgezeichnete heiße Schokolade serviert. „Ich hab’ den besten Kakao“, hatte der Schausteller eingangs augenzwinkernd verkündet. Wir meinen: Stimmt! – Nur Einer von uns war er etwas zu süß... Den Gaumenschmeichler gibt’s mit verschiedenen Zusätzen, von Rum bis Amaretto. Preis: 2 Euro, genau wie der Glühwein.

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