Beregnung kostet Geld und verbraucht Wasser: Neues Institut für mehr Effizienz

Uelzen forscht für Europa

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Wasserfontänen gehen über Feldern nieder: Die künstliche Beregnung gehört zum Landkreis Uelzen. Nun soll zu dem Gebiet geforscht werden.

Uelzen/Landkreis. Es ist ein Bild, das sich den Kreisbewohnern täglich bietet: Große Schlauchtrommeln stehen an Feldrändern, Wasser von Fontänen geht über den Schlägen nieder – über 90 Prozent der Ackerflächen im Kreis werden künstlich beregnet, weil die Region zu trocken ist.

Das beschert den Landwirten jährlich Kosten und wirkt sich auf das Wasservorkommen in der Region aus.

Um die Beregnung künftig effizienter und umweltschonender zu gestalten, soll ein „Institut für nachhaltige Bewässerung“ im Landkreis Uelzen entstehen. Seine Erkenntnisse und Forschungen könnten auch anderen Beregnungsgebieten in Deutschland und Europa zu Gute kommen. Im Westen Dänemarks und im Osten der Niederlande beschäftigen fehlende Niederschläge die Agrarwirtschaft wie im Nordosten Niedersachsens, schildert Elisabeth Schulz von der Landwirtschaftskammer.

Seit Jahrzehnten werden im Landkreis Uelzen Felder künstlich beregnet – das dabei gewonnene Wissen, so Schulz, soll im Institut zusammengetragen werden. Die Region besitze soviel Knowhow zur Beregnung, wenn es beispielsweise um verschiedene Techniken oder optimale Beregnungszeiträume gehe, so Schulz. Diese Kompetenzen würden im Institut gebündelt und Forschungen vorangetrieben, um optimalere Lösungen anzubieten.

Seinen Sitz, sagt Schulz, soll das Institut an der Hochschule Ostfalia in Suderburg haben. Die Hochschule, die Studiengänge wie „Umwelt, Bau und Wasser“ anbietet, ist eine der Partner bei dem Vorhaben – neben der Leuphana Universität Lüneburg, der Universität Göttingen oder dem Thünen-Institut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei.

Für einen Aufbau des Bewässerungs-Instituts hoffen die Initiatoren auf Gelder der Europäischen Union. Eine neue Förderperiode ist erst angelaufen. Bis 2020 stehen rund 300 Millionen Euro für die bessere Entwicklung der Regionen in Niedersachsen zur Verfügung. Das Land, erklärt Eberhard Gottschlich von der Wirtschaftsförderung Uelzen aktiv, sei für die Verteilung zuständig. Damit der Nordosten Niedersachsens in Genuss von Förderungen komme, sei die „smart Region“ von fünf Landkreisen und der Stadt Lüneburg aus der Taufe gehoben worden, die sich mit Projektideen um die EU-Gelder bewirbt. Eine dieser Ideen ist das Institut für nachhaltige Bewässerung. Es soll heute auch im Rahmen einer Innovationskonferenz der „smart Region“ im Beisein von Ministerpräsident Stephan Weil in Lüneburg vorgestellt werden.

Von Norman Reuter

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