Uelzen bangt um Agentursitz

Die Arbeitsagentur Uelzen soll 2012 mit Lüneburg verschmelzen. Dann verliert sie möglicherweise ihren Hauptsitz in der Uhlenköperstadt und ist nur noch eine Außenstelle. Foto: Ph. Schulze

Uelzen/Landkreis. Die Arbeitsagentur Uelzen steht vor einer einschneidenden organisatorischen Veränderung: Die Bundesagentur hat angekündigt, ihre Strukturen ab Januar 2012 neu zu ordnen. So soll die bundesweite Zahl der Agenturbezirke von 176 auf 156 verringert werden. In Niedersachsen wird es statt 20 nur noch 15 Bezirke geben. Damit soll der Zuschnitt der Agenturbezirke den jeweiligen Landkreis-Grenzen angepasst werden.

Die Folge für die Arbeitsagentur Uelzen: Sie soll mit Lüneburg zusammengelegt werden. Dadurch könnte sie ihren Hauptsitz in der Uhlenköperstadt verlieren und nur noch eine Außenstelle der Lüneburger Zentrale sein.

Den Plänen zufolge wird der Agenturbezirk Uelzen, der bislang die Kreise Lüchow-Dannenberg und Uelzen sowie den Altkreis Soltau umfasst, aufgeteilt: Der Altkreis soll in den Zuständigkeitsbereich der Agentur Celle fallen, während die Kreise Uelzen und Lüchow-Dannenberg an den Agenturbezirk Lüneburg angegliedert werden. Letzterer müsste im Gegenzug den Kreis Harburg an die Agentur Stade abgeben. Im neuen Agenturbezirk Lüneburg/Uelzen würden dann rund 321 000 Menschen leben. Momentan zählt der Bezirk Uelzen etwa 217 000 Einwohner.

„Wenn es zu einem Zusammenschluss der beiden Agenturen kommen sollte, muss die Stadt Uelzen Sitz dieser Agentur werden“, fordert Uelzens Erster Kreisrat Heiko Blume. Für Uelzen als Standort sprechen seiner Ansicht nach mehrere Gründe. So seien Außenstellen in Lüchow und Lüneburg von der Uhlenköperstadt aus schneller zu erreichen, weil der Weg von Uelzen nach Lüchow mit 43 Kilometern deutlich kürzer sei als von Lüneburg nach Lüchow mit 68 Kilometern.

„Die Stadt und damit der gesamte Landkreis Uelzen würden, wenn es zu einer Verlagerung nach Lüneburg käme, als strukturschwacher Raum weiter geschwächt. Hochwertige Arbeitsplätze der Agenturspitze würden verlagert“, befürchtet Blume. Auch strukturpolitisch sei es „von größter Wichtigkeit, dass Uelzen Sitz einer Agentur für Arbeit bleibt“. Überdies appelliert Blume an die hiesigen Bundes- und Landtagsabgeordneten, sich dafür einzusetzen, dass Uelzen Hauptsitz der Agentur bleibt.

Dagegen betont Christine Karstens, stellvertretende Leiterin der Agentur Uelzen, dass es sich beim Neuzuschnitt der Bezirke bislang nur um Planungen handele. Erst am 23. September werde der Verwaltungsrat der Bundesagentur dazu einen Beschluss fassen. „Auch über den Hauptstandort einer gemeinsamen Agentur von Uelzen und Lüneburg ist noch nicht entschieden“, sagt Karstens. Beide Städte kämen dafür in Frage.

Ohnehin werde eine Zusammenlegung zu keinen Änderungen für die Kunden führen. „Es wird weiter den gleichen Service vor Ort geben“, bekräftigt sie. Eine Verlagerung oder ein Abbau von Arbeitsplätzen innerhalb der Agenturen oder beim Uelzener Call-Center sei ebenfalls nicht vorgesehen. Nur die Geschäftsführungen würden an einem Standort zusammengelegt. Auch das geplante gemeinsame Jobcenter mit dem Landkreis Uelzen werde von den Plänen „in keiner Weise berührt“.

Von Bernd Schossadowski

Kommentare