Die Polizeiwache ist um die Ecke

Überfallserie auf Tankstellen: Die Täter werden immer dreister – stammen sie aus Osteuropa?

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Die Aral-Tankstelle an der Bad Bevenser Göhrdestraße wurde als vierte Tankstelle innerhalb einer Woche im Landkreis Uelzen überfallen – diesmal waren die Täter zu zweit.

Uelzen/Bad Belesnen. Die Bad Bevenser Polizeistation ist mit dem Auto keine zwei Minuten entfernt und sie war zum Zeitpunkt des Überfalls auch besetzt, doch das schreckte die Räuber nicht:

Mit diesem Plakat fahndet die Polizei nach den ersten acht Lüneburger Überfällen nach dem Täter.

Wie auch schon in Uelzen geschah der Tankstellen-Überfall am Donnerstagabend an einer belebten Straße. Die Täter mussten damit rechnen, auf der Flucht beobachtet zu werden. Doch sie entkamen, eine Großfahndung blieb einmal mehr erfolglos. Und die Kriminalpolizei geht davon aus, dass einer der beiden Räuber vom Donnerstagabend für mindestens zehn der zwölf Überfälle verantwortlich ist, die seit 20. November 2015 in der Stadt Lüneburg sowie im Landkreis Uelzen begangen wurden; zwei Mal hatte er einen Komplizen dabei. Die ersten acht Taten geschahen alle in der Stadt Lüneburg, doch dann wurde dem Räuber das Pflaster dort offenbar zu heiß: Montagabend dieser Woche soll er die Aral-Tankstelle in Veerßen überfallen haben, Donnerstagabend dann mit einem Komplizen die Aral an der Göhrdestraße in Bad Bevensen. Bei den beiden anderen Überfällen im Kreis Uelzen – am Freitagabend vor einer Woche auf die HEM-Tankstelle an der Uelzener Bahnhofstraße sowie einen Abend später auf die Hoyer-Tankstelle in Bad Bodenteich – sind die Ermittler sich nicht sicher, ob es einen Zusammenhang zur Serie gibt.

Beim jüngsten Überfall am Donnerstagabend in Bad Bevensen hatten die beiden maskierten Männer gegen 20.30 Uhr den Verkaufsraum betreten und zwei Mitarbeiterinnen mit einer Schusswaffe sowie einem Messer bedroht. Sie ließen sich Bargeld sowie Zigaretten im Wert von einigen hundert Euro aushändigen und flüchteten – über ihren Fluchtweg konnte die Polizei gestern keine Angaben machen.

Der Haupttäter, bei dem es sich um den Serienräuber handeln soll, ist etwa 1,80 bis 1,90 Meter groß. Er ist schlank und hat blonde Haare, der Mann sprach hochdeutsch mit osteuropäischem Akzent. Bekleidet war er mit einer dunklen Hose, einer schwarzen Sweat-Jacke und maskiert mit einer schwarzen Strickmütze.

Sein Komplize ist etwa 1,70 Meter groß und ebenfalls schlank. Seine vermutlich dunklen Haare hatte er auch mit einer Strickmütze verdeckt. Bekleidet war er mit einer dunklen Jacke. Auch dieser Täter sprach hochdeutsch mit osteuropäischem Akzent. Die Polizeidirektion Lüneburg hat für Hinweise, die zu einer Verurteilung des Haupttäters führen, eine Belohnung von 1000 Euro ausgesetzt. Parallel dazu hat das Mineralölunternehmen Esso, dessen Zweigstelle in Lüneburg überfallen worden war, 4000 Euro ausgelobt. Hinweise an die Polizei in Uelzen (0581) 93 00 oder Lüneburg (04131) 83 06 22 15.

Derweil wächst unter den Tankstellenbetreibern im Landkreis Uelzen angesichts der Serie von vier Überfällen in nur einer Woche die Verunsicherung. Die Polizei kündigte verstärkte Streifenfahrten an Tankstellstandorten an.

Von Thomas Mitzlaff

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