Kultusministerin kündigt Rückkehr zu 13 Schuljahren an / Novelle unter Uelzenern umstritten

Das Aus des Turbo-Abiturs

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Abitur nach 13 Schuljahren – unter der Schülerschaft am Lessing-Gymnasium wird die Gesetzesnovelle befürwortet. Ab 2015/2016 sollen sich alle Gymnasien in Niedersachsen darauf einstellen.

Uelzen. Ob Turbo-Abitur oder 13 Schuljahre – unter Uelzener Gymnasiasten ist das Thema umstritten.

Schulsprecher Maximilian Licht vom Herzog-Ernst-Gymnasium (HEG) hätte es lieber gesehen, wenn das Abitur nach acht Jahren am Gymnasium (G8) beibehalten worden wäre, ebenso wie es der Landesschülerrat bekanntgegeben hat. Maximilian Licht weiß aber auch, dass viele seiner Mitschüler anderer Meinung sind. Diese dürften sich über die Entscheidung des niedersächsischen Kultusministeriums freuen. Gestern kündigte Kultusministerin Frauke Heiligenstadt in Hannover an, dass die Schulen sich zum Schuljahr 2015/2016 auf neun Gymnasialjahre (G9) umstellen sollen.

Diese Entscheidung habe sie auf Grundlage des Ergebnisses einer Expertenkommission getroffen, zu der auch der Uelzener Schulleiter des Lessing-Gymnasiums (LeG), Sven Kablau, gehört. Treffen würde die Neuerung die Jahrgänge 5, 6, 7 und 8, die ersten von ihnen würden dann 2021 nach neun Jahren ihr Abitur ablegen. Für leistungsstarke Schüler solle eine Verkürzung der Schulzeit durch Überspringen eines Jahres möglich sein, so Heiligenstadt.

Das ist auch im Sinne von Jonathan Heistermann, Schulsprecher des LeG. „Die Grundstimmung bei uns ist, dass wir alle eine Rückkehr zu G9 befürworten würden – so schnell wie möglich“, berichtet der Abiturient. In neun Schuljahren könne auf den Lerninhalt vertieft eingegangen werden, vermutet er. Zudem käme es den Jugendlichen zu Gute, die am Austauschprogramm teilnehmen möchten. Derzeit sei das kaum möglich, oder aber diese Schüler müssten nach ihrem Auslandsjahr den Jahrgang wechseln. Durch die längere Schulzeit können diese nach einem Auslandsaufenthalt in Stufe 11 in denselben Jahrgang zurückkehren, sagt Heistermann.

Am elften Schuljahr setzt aber auch die Argumentation von Maximilian Licht an: „Ich könnte mir vorstellen, dass dann mit G9 das elfte Schuljahr wieder zu einem Ausruhjahr wird“, sagt er. Er befürchtet, dass es wieder Jahre dauern könnte, bis sich das neue System eingespielt hat. So sei es schließlich auch nach der Einführung von G8 gewesen. In den Kursen des zwölften HEG-Jahrgangs wurde jedoch oft kritisiert, dass es zuviel sei, den Schulstoff innerhalb von acht Jahren zu lernen, berichtet Maximilian Licht. Und damit steht diese Schülerschaft auf einer Linie mit den Schulelternräten des HEG und LeG, die sich an einer Unterschriftenaktion zur Wiedereinführung des Abiturs nach 13 Schuljahren eingesetzt hatten.

Von Diane Baatani

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