Engagement in Arbeitsgemeinschaft: Vertreter der Gymnasien fordern Rückkehr zu G9

Turbo-Abitur: Eltern machen Ernst

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Vertreter der Gymnasien fordern Rückkehr zu G9.

Uelzen. Die Schulelternräte des Lessing-Gymnasiums (LeG) und des Herzog-Ernst-Gymnasiums (HEG) in Uelzen machen mobil gegen das Abitur nach zwölf Schuljahren (G8). Um ihrer Forderung einer sofortigen Rückkehr zum Abitur nach der 13.

Klasse (G9) mehr Gehör zu verschaffen, haben sie sich einer Arbeitsgemeinschaft angeschlossen, der auch Schulelternvertreter der Gymnasien aus Lüneburg und Harburg angehören.

„Das konkrete Ziel ist, so schnell wie möglich für so viele Klassenstufen wie möglich wieder G9 zu erreichen“, sagt Dr. Dirk Jaskolla, Schulelternratsvorsitzender des LeG. Im Rahmen des Zusammenschlusses entwickelten die Eltern gemeinsam mit Schulleitern aus Lüneburg ein konkretes Konzept für die Rückkehr zu G9.

„Das Konzept könnte unmittelbar umgesetzt werden“, ist Jaskolla überzeugt. Der Entwurf sieht unter anderem eine Entlastung der Schüler durch eine Streckung der geltenden Schultafel – also der Anzahl der Unterrichtsstunden, die auf die Unterrichtsfächer entfallen – auf neun Jahre vor. Dabei soll schulintern über die einzubeziehenden Jahrgänge entschieden werden. Wie Jaskolla und der Vorsitzende des Schulelternrats am HeG, Martin Groffmann, betonen, seien mit der Umsetzung keine Kosten verbunden – auch, weil die Gesamtstundenzahl bis zum Abitur unverändert bleibt.

Das Papier wurde bereits der Expertenkommission vorgelegt, die, wie berichtet, derzeit Ergebnisse erarbeitet, auf deren Grundlage über die Zukunft des Abiturs beraten werden soll. Parallel zu diesem Prozess ist eine Unterschriftenaktion geplant, um der Forderung noch mehr Ausdruck zu verleihen.

„Ich sehe, dass die Schüler für meine Begriffe, immer mehr unter so eine Art Leistungsdruck geraten“, kritisiert Groffmann die gegenwärtige Situation. Durch das enorme Arbeitspensum der Schüler blieben zudem außerschulische Aktivitäten auf der Strecke und damit auch der Erwerb sozialer Kompetenzen außerhalb der Schule. Mit der Rückkehr zu G9 soll zudem einer Benachteiligung von Gymnasien zu den Gesamtschulen, an denen mitunter das Abitur nach 13 Jahren angeboten werden kann, entgegengesteuert werden.

Im Gespräch für die Zukunft des Abiturs war neben der Rückkehr zu G9 in der Vergangenheit aber auch immer wieder eine Reform des Abiturs nach zwölf Jahren – ein „Abitur light“, wie Jaskolla sagt. Er befürchtet: „Wenn man G8 reformiert, muss man Inhalte rauswerfen.“ Mit ersten Ergebnissen des Expertenforums, bei dem auch der Schulleiter des LeG, Sven Kablau, Mitglied ist, rechnet das Kultusministerium, wie berichtet, in diesem Frühjahr.

Von Anna Petersen

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