Umbau des historischen Gebäudes wird viel teurer – und dauert länger

Das Trümmer-Rathaus

Es gibt keine Treppen mehr, die Böden sind zum Großteil herausgerissen – das Innenleben des alten Uelzener Rathauses erinnert derzeit mehr an eine Trümmerlandschaft. Foto: Wendlandt

Uelzen. Die Kosten steigen um 650 000 Euro auf rund 2,5 Millionen, die Fertigstellung verzögert sich mindestens um ein knappes Jahr, mit dem Architekten hat sich die Stadt überworfen – der Umbau des alten Uelzener Rathauses droht zur unendlichen Geschichte zu werden.

Eigentlich sollten die Bauarbeiten bis zum Sommer abgeschlossen sein und die Kreisvolkshochschule sowie die Lebenshilfe mit einem Café als neue Mieter einziehen. Doch daraus wird nichts. Denn die Bausubstanz des alten Gebäudes ist viel maroder als bislang bekannt. Für die daraus folgenden Mehrkosten musste die Stadtverwaltung ihren Antrag auf Zuschuss aus dem Ziel-1-Programm des Landes Niedersachsen entsprechend erhöhen – schließlich soll das Projekt zu 75 Prozent aus diesen Mitteln bezahlt werden.

„Eine dadurch notwendige, zusätzliche Prüfung durch die Oberfinanzdirektion musste dann zunächst abgewartet werden, bevor wir die Bauleistungen ausschreiben können“, erklärt Stadtsprecherin Ute Krüger.

Zudem gab es Ärger mit dem Architekten: „Wir haben das für die Baumaßnahme verantwortliche Büro gewechselt“, so Krüger. Durch die nachträglich festgestellten Mängel hätten sich nämlich bei dem Bauvorhaben „zusätzliche Herausforderungen“ ergeben, die bei Stadt und Architekt zu unterschiedlichen Auffassungen über die Fortführung des Projektes führten.

„Mit der einvernehmlichen Auflösung des Vertragsverhältnisses haben wir auch vereinbart, über die internen Vertragsbeziehungen keine Informationen nach außen zu geben“, betont die Pressesprecherin. Nur so viel: „Durch den Wechsel der Architekten entstehen keine zusätzlichen Kosten.“ Allerdings hätte die erforderliche Einarbeitungszeit des neuen Büros zu einer weiteren Verzögerung geführt.

Der neue Planer erarbeite derzeit die Ausführungs- und Ausschreibungsunterlagen, erklärt Krüger weiter. Die nächsten Baumaßnahmen sollen nunmehr im Sommer beginnen. Am Plan, dort Kreisvolkshochschule und Lebenshilfe einziehen zu lassen, hält die Stadtverwaltung aber fest. Seite 3

Von Thomas Mitzlaff

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