Flachmann am Körper: Polizei überführt Mann nach Drogenfahrt

Trick mit falschem Urin

Uelzen. Er hatte nach Überzeugung der Polizei Drogen genommen und sich anschließend ans Steuer gesetzt.

Doch als die Uelzener Beamten am Sonntagmorgen einen Urintest von ihm verlangten, versuchte der 39-jährige Autofahrer seinen Drogenkonsum durch das Befüllen des Testbechers mit künstlich hergestelltem Urin zu verschleiern. Das Täuschungsmanöver ging jedoch daneben: Staatsanwaltschaft und Richter ahndeten das Verhalten des Mannes mit der Anordnung einer Blutentnahme und der Einleitung eines Strafverfahrens.

Als die Beamten den Autofahrer gestern gegen 7.15 Uhr in der Uelzener Innenstadt kontrollierten, staunten sie nicht schlecht. „Der Mann trug eine Art Flachmann in Hodennähe. Was er in den Testbecher füllte, war aber kein Urin, sondern eine gelbliche Wasserlösung“, sagte eine Polizeisprecherin gestern auf AZ-Anfrage. Die Flüssigkeit habe der als Drogenkonsument bekannte Mann selbst hergestellt, „eventuell durch eine Badetablette“, meinte sie.

Die Polizisten ließen sich davon aber nicht täuschen. Der vermeintliche Urin war nämlich viel zu kalt und hatte keine Körpertemperatur. Täuschungsmanöver wie diese sind nach Aussage der Polizeisprecherin keine Seltenheit. „Die Betreffenden versuchen alles und kennen unheimlich viele Tricks“, sagte sie. Es gebe zahlreiche Internetseiten, auf denen Drogenkonsumenten Tipps bekämen, wie sie Urinproben manipulieren können. Die Finte mit der künstlichen Flüssigkeit sei „eine weit verbreitete Masche“, auf die die Polizei aber nicht hereinfalle.

Nach Angaben der Sprecherin lag das Ergebnis der Blutuntersuchung des Autofahrers gestern Nachmittag noch nicht vor. „Wir sind aber sehr sicher, dass der Mann Drogen genommen hat. Warum sollte er sonst den Urintest manipulieren wollen?“.

Von Bernd Schossadowski

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