Hitzige Diskussion um Fassaden-Farbe am Alten Rathaus

„Treten Sie doch mal zurück“

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Eckhardt Meier vom Gebäudemanagement Uelzen/Lüchow-Dannenberg stellte verschiedene Beige- und Gelbtöne für die Fassade des Alten Rathauses vor.

Uelzen. Die hitzige Diskussion um das Alte Rathaus hat einen neuen Höhepunkt erreicht: Bei einer Vorstellung verschiedener Farbbeispiele für den künftigen Fassadenputz ist am Dienstagabend ein Streit zwischen Politikern, Gebäudemanagement und Uelzens Bürgermeister Otto Lukat hochgekocht.

Die Mitglieder des Bauausschusses beschwerten sich darüber, dass sie zu wenig in die Entscheidungen über die Architektur eingebunden würden.

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Vor dem Hauptportal des Alten Rathauses lieferten sich SPD-Ratsherr Wilhelm Spangenberg und Lukat ein lautstarkes Wortgefecht. Der Politiker wurde von Lukat an die „Kinderstube“ erinnert und aufgefordert sich zu mäßigen, woraufhin Spangenberg dem Bürgermeister, der von Beginn an den millionenteuren Umbau des Alten Rathauses befürwortet hatte, entgegnete: „Treten Sie doch mal zurück.“

Mitglieder des Bauausschusses und Passanten versuchten, sich das Alte Rathaus in Beige, Knallgelb und Rosa vorzustellen.

Die Vorstellung der rosa/hellbraunen, beigefarbenen bis hellgelben Modelle für die Fassade sei das erste Mal, dass die Politiker überhaupt nach ihrer Meinung zur Rathaus-Umgestaltung befragt würden, erklärte Spangenberg. Unter den präsentierten Beispielen des Gebäudemanagements war das ursprüngliche Gelb des Alten Rathauses nicht zu finden – zur Enttäuschung einiger Ausschussmitglieder. So wählte der Bauausschuss drei Farben aus, die zur Probe an der Fassade aufgetragen werden sollen. Aus diesen und dem ursprünglichen Gelb wollen die Politiker den künftigen Farbton auswählen. Nach Angaben von Stadtbaurat Karsten Scheele-Krogull wird die Abstimmung bei der nächsten Sitzung im April oder einem Sondertreffen im Mai erfolgen.

Damit war die Auseinandersetzung noch nicht vorbei: Bei der anschließenden Sitzung des Ausschusses im vollbesetzten Ratssaal warfen zusätzlich zahlreiche Einwohner den Verantwortlichen „architektonischen Dilettantismus“ vor. Dabei kritisierten sie insbesondere die unterschiedlichen Stile der Fenster, insbesondere den Einsatz von Aluminium.

Einen weiteren Artikel zum Alten Rathaus lesen Sie am Donnerstag im E-Paper und in der Printausgabe der AZ.

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