Die Uelzener Kellnerin Julieta Kalb ist bald in der Lüneburg-Serie „Rote Rosen“ zu sehen

Vom Tresen auf die Mattscheibe

+
Zwischen Aufnahmetechnik und Kulissen im „Rote Rosen“-Studio: Gelegenheits-Schauspielerin Julieta Kalb (rechts) mit einem der großen Gesichter der Serie, Brigitte Antonius. Foto: privat

Uelzen/Lüneburg. Wenn Julieta Kalb im Uelzener Lokal Alcatraz ihren Stammgästen Burger und Cocktails serviert, hat sie immer ein Lächeln im Gesicht.

„Freundlichkeit ist in unserem Job das Wichtigste“, erklärt die 28-Jährige, die von Familie und Freunden nur „Jule“ genannt wird. Diese Professionalität ist auch anderswo gefragt. Obwohl die vierfache Mutter aus Böddenstedt schon genug zu tun hat, stand sie in den letzten Wochen für die „Roten Rosen“ vor der Kamera – natürlich als Kellnerin.

„Ein Bekannter hat mich bei Facebook mit einer Annonce verlinkt, in der es darum ging, dass eine echte Kellnerin für die Roten Rosen gesucht wird“, erklärt Julieta Kalb. Schon am nächsten Tag rief die Produktionsfirma, die Studio Hamburg Serienwerft, an und sie wurde ins Lüneburger Studio eingeladen. „Am Anfang war ich nur im Hintergrund zu sehen“, erinnert sie sich. Schon am zweiten Drehtag durfte sie aber die Getränke an den Tisch bringen und selbst ein paar Sätze sprechen.

Und ganz nebenbei konnte sie einen Blick hinter die Kulissen der Serienproduktion werfen. Oft mussten die Szenen mehrmals gedreht werden, wenn sich Darsteller versprochen hatten. Dazwischen hatte Jule Zeit, sich mit dem einen oder anderen Hauptdarsteller zu unterhalten. „Wenn die Kamera aus ist, sind das ganz normale Menschen wie du und ich“, verrät die 28-Jährige. „Alle waren so freundlich und haben mich behandelt, als wäre ich schon immer Teil des Teams gewesen.“ Weil sie ihre Rolle gut gespielt hat, steht der nächste Drehtag schon fest. „Ich hätte nie gedacht, dass mir mal so etwas passiert“, gibt Julieta Kalb zu.

Die Rolle bei den „Roten Rosen“ ist aber nicht ihr erster Fernsehauftritt. Alles fing damit an, dass ihr ein Stammgast erzählte, dass er als Komparse für einen Dreh nach Köln fuhr. „Das fand ich total interessant“, erinnert sich die Böddenstedterin. Ein paar Wochen später meldete sich die junge Frau, die gelegentlich auch für ihren Schwiegervater, einen Fotografen, als Model vor der Kamera steht, auf der Homepage der Produktionsfirma an, mailte ihren Lebenslauf und Fotos. Erst sechs Monate später wurde sie zum Casting nach Hannover eingeladen. Dort musste Jule mit anderen Hobby-Schauspielern verschiedene Rollen improvisieren. „Eine traurige Szene zu spielen und dann auf Knopfdruck wütend zu werden ist gar nicht so leicht“, erklärt sie.

Drei Monate später ging es für einen Dreh von „Auf Streife“ nach Berlin. Jule wurde professionell geschminkt und erhielt genaue Anweisungen von der Regie. „Meinen Text hatte ich vorher schon auswendig gelernt“, erinnert sie sich. Nach acht Stunden waren alle Szenen im Kasten, Jule reiste wieder nach Hause zu Mann und Kindern.

Seitdem kommen ständig neue Angebote. Vor kurzem durften sogar Jules Kinder Nicola-Victoria, Kevin-Pascal, Emilio-Lucien und Levin-Fabiano für Folgen von „K18 –Einsatz auf St. Pauli“ vor die Kamera.

Wann die Folgen mit Jule ausgestrahlt werden, steht noch nicht fest. Aber die nächste Rolle kommt bestimmt.

Von Sandra Hackenberg

Kommentare