Woltersburg: Versteigerung bringt über 5000 Euro für Mühlen-Projekt

Träume unter dem Hammer

Heinz-Werner Lehmann leitete die Auktion mit Hingabe. Zu jedem Traum fiel ihm eine kleine Geschichte oder sogar Gedicht ein. Fotos: Jansen

Woltersburg. Unzählbare Hammerschläge hat die Woltersburger Mühle schon erlebt, während auf dem Gelände in den vergangenen Jahren ein Gebäude nach dem anderen entstand. Doch die letzten Hammerschläge am Abend des Herbstfestes zählte Gerard Minnaard jeden einzeln mit.

Denn mit jedem Hammerschlag erlöste Versteigerer Heinz-Werner Lehmann einen ansehnlichen Betrag, der dem weiteren Fortkommen des sozialen Projektes zugute kommt. 88 Mal fiel der Hammer bei der „Traumversteigerung“. Bei der Versteigerung der Träume war so mancher Kindheitstraum dabei. Eine ganze Stunde Baggerfahren, „welcher Mann hat nicht als Kind davon geträumt?“

Heinz-Werner Lehmann, pensionierter Vorstand der Uelzener Versicherungen, bereitete die Tätigkeit als Traum-Versteigerer sichtlich Freude: Zu jedem „Traum“ fiel ihm adhoc eine kleine Geschichte ein, „oder lieber noch ein Gedicht“ zum Anreiz für die Bieter konnten es auch gerne die Takte einer berühmten Arie sein. Die versprach Lehmann als Zugabe, wenn er leichtes Zögern unter den Bietern bemerkt. Hätten die Besucher gerne mehr gehört, dann hätten sie öfter zögern müssen. Doch das Steigerungsgut war so spannend, dass jedes nach dem Aufruf sofort Interessenten fand. Drei Stunden – eine Stunde länger als ursprünglich geplant – verharrte die große Schar der Bieter auf ihren Bänken. Neugierig, welche Träume in Uelzen erfüllbar sind, neugierig welchen Lebenstraum die Mitbieter in sich tragen oder aber auch ganz einfach auf der Lauer, ob sich auch ihr Traum an diesem Abend in der Woltersburger Mühle erfüllt. Ein VIP-Nachmittag im Wolfsburger Stadion, ein eigenes Ölportrait von einem renommierten Künstler oder auch ein Yoga-Lehrgang in zwölf Einheiten. In der Woltersburger Mühle kamen Träume unter den Hammer, von denen der eine oder andere Bieter vorher gar nicht wusste, dass sich dieser Traum in seinem Leben noch erfüllen ließe.

Fast jedes der allesamt gespendeten Gebote war ein Schnäppchen. Bilder die einen Wert von 1000 Euro erzielen könnten, wechselten für wenige hundert Euro den Besitzer. Über 5000 Euro konnte das Projekt Woltersburger Mühle auf diesem Wege erlösen.

Eine zufriedenstellende Bilanz des Herbstfestes, meinte Projektleiter Gerard Minnaard, zeigte sich allerdings schon in der Teilnahme von 20 sozialen Einrichtungen. Unter ihnen die Soroptimistinnen, Amidon und der Kinderschutzbund und viele andere sowie Künstler, die die Woltersburger Mühle in den letzten Jahren als Freunde für sich gewinnen konnte.

Von Angelika Jansen

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