Acht Schließungen im Kreis Uelzen

Tourismus im Landkreis leidet unter einer sinkenden Bettenzahl

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In Uelzen ist mit dem Aus von Hotels wie das „Stadt Hamburg“ die Bettenzahl gesunken, was sich in der Tourismusbilanz niederschlägt.

Uelzen/Landkreis. Blühendes Heidekraut, herrliche Sonnenuntergänge, in der Therme relaxen, aber auch wilde Tiere und Nervenkitzel in Fahrgeschäften – dafür steht die Heide und das kommt bei Urlaubern an.

Nach einem Plus 2014 stiegen die Übernachtungszahlen für den Nordosten Niedersachsens im vergangenen Jahr erneut, wie eine aktuelle Statistik zeigt. Grund zu überschwänglichem Jubel ist das für den Touristiker Ulrich von dem Bruch, Chef der Lüneburger Heide GmbH (LHG), aber nicht. Wenn es nicht die „massiven Betriebsschließungen“ gäbe, könnten die Zahlen noch besser sein, sagt er.

Das Hotel der Stadthalle ist geschlossen.

Der Landkreis Uelzen als Beispiel: Er zählte im vergangenen Jahr angesichts von Betriebsschließungen zu den Verlierern innerhalb der Lüneburger Heide, was die Übernachtungszahlen betrifft. Jürgen Clauß, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Heideregion Uelzen, berichtet: „Acht Hotels und Pensionen haben im vergangenen Jahr im Landkreis Uelzen geschlossen.“ So verlor allein die Stadt Uelzen mit dem Zuschließen der Hotels „Stadt Hamburg“, „Stadthalle“ und „Masters Home“ 90 Betten. Auch in der Kurstadt Bad Bevensen schlossen 2015 mehrere Betriebe. Die rückläufige Bettenzahl, so sagt Clauß, sei verantwortlich für das Minus von 2,4 Prozent bei den Übernachtungszahlen.

Von dem Bruch spricht von einem bundesweiten Trend, von dem auch Tourismusregionen wie das Allgäu oder Harz betroffen seien. esonders von Familien geführte Pensionen und Hotels mit überschaubarer Bettenzahl würden geschlossen – aus Altersgründen der Inhaber. Die Suche nach einem Nachfolger sei oft nicht von Erfolg gekrönt, weil sich der Betrieb mit angestelltem Personal nicht rechne. Um die Bettenzahl zu halten oder auszubauen, müssten „größere Einheiten“ geschaffen werden, bei denen sich der Betrieb mit Personal lohne.

Der Serengeti-Park indes baut seinen Hotelbereich aus.

Wie erfolgreich das sein kann, zeigt der Serengeti-Park in Hodenhagen im Heidekreis. Von dem Bruch: „Es gibt einen kontinuierlichen Ausbau der Übernachtungsanlagen. Zunächst wurden Ferienhütten gebaut, zuletzt Luxuswohnzelte.“ Das Ergebnis: Der Heidekreis konnte wegen der gestiegenen Bettenzahl seine Übernachtungszahlen im vergangenen Jahr deutlich steigern. Unterm Strich kann die Lüneburger Heide so bei den Übernachtungen auf ein positives Ergebnis für 2015 blicken.

Was den Landkreis Uelzen betrifft, so gibt sich der Geschäftsführer der Lüneburger Heide GmbH zuversichtlich, dass auch wieder die Übernachtungszahlen steigen werden. „Wir sind im Gespräch mit Investoren für größere Anlagen“, sagt von dem Bruch. Details wollte er noch nicht nennen.

Von Norman Reuter

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