Sorge wegen Unrats und um Tierwohl / Behörde und Stadtwerke: Kein Problem

Tote Ente verärgert Uelzen-Besucher

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Eine Ente tot, eine lebendig. Mehrere Tage schwamm das leblose Tier (links, zwischen den Flaschen) vor dem Wehr.

Uelzen. „Geschockt über den Zustand der Ilmenau“ in der Uelzener Innenstadt war zuletzt Pascal Rothacker.

Denn nach einem entspannten Vormittag in einer Gaststätte am Ratsteich warf der Roscher nach einem Familien-Frühstück anlässlich des Geburtstages seiner Verlobten einen Blick über das dortige Wehr. Davor: „Jede Menge Müll und Plastik. Selbst ganze Stühle und Rollwagen liegen darin“, so Rothacker.

Besonders ekelerregend für den Soldaten: „Die Enten fressen den ganzen Mist und ersticken daran. Die Tiere fressen neben den tot im Wasser schwimmenden Artgenossen.“ Rothacker wünscht sich die Aufklärung der Situation und dass sich etwas bessert. „So ist das echt nicht schön“, findet Pascal Rothacker, der sich ansonsten noch nicht als Tierschützer oder dergleichen engagiert hat.

Zuständig für die Ilmenau und ihre Wasserqualität ist der Kreisverband der Wasser- und Bodenverbände Uelzen; darin der Gewässer- und Landschaftspflegeverband Mittlere und Obere Ilmenau. Ingmar Sannes ist hier als Verbandsingenieur tätig und gab gestern der AZ Auskunft.

Grundsätzlich, so Sannes, sei der Verband zunächst nur für den ordnungsgemäßen Wasserabfluss von den Gewässern 2. Ordnung zuständig. Dies seien Gewässer der Größenordnung wie Ilmenau, Wipperau oder Gerdau. Sannes erklärt auch: „Bei Hinweisen auf Müll kommen wir auch und führen das, was wir finden, der Verwertung zu.“

Diese Fälle seien allerdings selten. „Zwei bis drei Mal im Jahr“ müsse der Verband tätig werden, weil ein Einkaufswagen oder Müllsäcke in einem der genannten Flüsse oder auch in einem anderen Gewässer gelandet seien.

Dies beziehe sich auf einen Zuständigkeitsbereich, der in Teilen über das Kreisgebiet hinausgehe. Insofern ist das Müllproblem in den hiesigen Gewässern für Sannes auch eher klein.

An den Wehren, so Sannes weiter, sammele sich andererseits natürlich immer etwas an. Hier sei allerdings der sogenannte Staurechte-Inhaber zuständig. Im konkreten Fall: Die Stadtwerke Uelzen, die hier ein Wasserkraftwerk betreiben.

Seitens der Stadtwerke teilt Franziska Albrecht, Leiterin Unternehmenskommunikation, mit, dass das Treibgut des Flusses mit der Strömung in der Rechenanlage lande. „Wir begehen die Anlagen täglich und sollten wir hierbei Treibgut oder auch ein totes Tier finden, wird dieses über die Rechenanlage gehoben und fachgerecht entsorgt“, so Albrecht.

In den letzten Jahres sei das Müllaufkommen unverändert und eher saisonbedingt schwankend, beispielsweise durch Herbstlaub oder Pflegemaßnahmen in der Nähe des Flusses. Albrecht: „Dieses Aufkommen hat sich aktuell nicht erhöht.“

Von Steffen Kahl

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