Tipps zu Vogelfütterung: Auf Standort, Futterart und Hygiene achten

Futtersilos sind die beste Wahl

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Futtersilos an Bäumen sind hygienisch und die erste Wahl bei der Fütterung von Meisen und Finken.

Uelzen/Landkreis. Die Blätter der Bäume färben sich bunt und die Kraniche ziehen in ihre Winterquartiere. Der Herbst ist gekommen. Jetzt beginnt die Zeit, in der die Pflanzenwelt sich langsam zur Ruhe begibt. Doch heimische Wildvögel kennen keine Ruhezeit.

Sie brauchen täglich Futter, um zu überleben.

Ortstreue Arten wie Amseln, Drosseln, Finken, Meisen oder Rotkehlchen sind in den kommenden Monaten besonders gefordert. Noch finden sie ausreichend Nahrung, „jedoch ist das Angebot an geeigneten Futterpflanzen durch den Rückgang vieler Pflanzenarten eingeschränkt“, so Karl-Heinz Köhler, Vorsitzender der NABU Kreisgruppe Uelzen, und seit über 40 Jahren anerkannter Vogelexperte im AZ-Gespräch: „Wenn man Vögel füttern möchte, kann man durchaus jetzt schon damit beginnen. Wichtig ist dabei, dass das Futter immer an derselben Stelle angeboten wird, damit sich die Tiere an das dortige Nahrungsangebot gewöhnen können.“

Nötig sei diese Fütterung im Moment zwar noch nicht, sagt Wilfried Meyer, Sprecher der Kreisgruppe Uelzen des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). „Kritisch wird es für die heimischen Vögel erst, wenn eine Schneedecke die Futtersuche verhindert“, fährt er fort.

Um bei der Fütterung die Gesundheit der Tiere zu gewährleisten, ist ein geeigneter Futterplatz entscheidend. Der Standort muss möglichst artgerecht und vor allen Dingen sicher vor Katzen sein. „Das Futterhaus ist denkbar ungeeignet“, so Köhler. Zwar schön anzusehen, aber „auch aus hygienischer Sicht nicht zu empfehlen, da die Vögel darin ihren Kot ablassen. Besser sind Futterspender oder -silos, die an Bäumen aufgehängt werden. Dort können Meisen oder Finken ungestört landen und fressen, der Kot fällt ungehindert zu Boden“, fährt er fort und meint: „An den Futterplätzen sind den Winter über tolle Verhaltensstudien der Tiere möglich. Besonders interessant auch für Kinder.“

Zu bedenken gibt Köhler, dass nicht alle Vögel den gleichen Speiseplan haben. Die Weichfresser wie Amseln, Drosseln oder das Rotkehlchen bevorzugen Früchte, Insekten und Weichtiere. Für sie ist getrocknetes Obst, frische Apfelstücke und Haferflocken, auf dem Erdboden verteilt, das geeignete Futter.

„Und ganz besonders wichtig ist“, fährt Köhler fort, „dass die Fütterung über den ganzen Winter durchgeführt wird, damit die Vögel immer gut versorgt sind.“

Von Wolfgang Fülle

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