17 Stelen in Uelzen erleben Renaissance / Hansestadt kann neue Partner gewinnen

Tipps zur Stadt in knalligem Rot

+
Viel hätte nicht mehr gefehlt und die roten Stelen, die seit Ende 2002 in Uelzen stehen, wären verschrottet worden.

Uelzen. Sie waren als Kulturmeile durch die Stadt aufgestellt worden, künftig sind sie Informationsstätten für die die Hansestadt Uelzen und das Herzog-Ernst-Gymnasium (HEG), berichten vom Engagement verschiedener Kulturstätten oder werben für Parteien und Firmen.

 Die Rede ist von den 17 roten Stelen, die vom Uelzener Hundertwasser-Bahnhof durch die Innenstadt bis zum HEG reichen. Sie erleben eine Renaissance.

„Ich freue mich, dass diese Säulen ein neues Gesicht bekommen haben.“

Die zwei Meter hohen Stelen zeigen sich wieder in einem kräftig leuchtenden Rot. Mit eingebauten Lampen werden die Prospekte, Informationsblätter oder Plakate in den Schaufenstern mancherorts auch bei Dunkelheit zu lesen sein. „Einige Stelen sind weiterhin bei ihren Besitzern geblieben, manche Nutzer haben einen anderen Standort gewählt und einige ganz neue Partner haben sich angeschlossen“, erklärt Anke Steffen von der Hansestadt Uelzen, die das Projekt betreut.

Ein Aufkleber an jeder Stele zeigt, wer für Inhalt und Zustand verantwortlich ist. Vladimir Grauer von Noro-Werbung hat gestern an einer Säule das neue Logo der Hansestadt angebracht.

Erstmals eingeweiht wurde die Kulturmeile im Dezember 2002. Seinerzeit liefen die Vorbereitungen für ein ehrgeiziges Projekt in Uelzen. Im an das Gymnasium angrenzenden Theater an der Ilmenau brachte Uelzen das Leben von Friedensreich Hundertwasser in einem Musicals auf die Bühne, die Kulturmeile sollte als Wegweiser vom Hundertwasser-Bahnhof zum Hundertwasser-Musical dienen. Die damalige Kulturmanagerin der Stadt, Ute Lange-Brachmann, erinnert sich: In einem Ausschreibungsverfahren sei nach Lösungen gesucht worden, wie Besucher des Musicals nach der Ankunft mit der Bahn durch die Stadt zur Bühne gelotst werden könnten. Eine Projektgruppe, der Lange-Brachmann angehörte, entschied sich für die roten Stelen. 150 000 Euro kosteten sie seinerzeit. Finanziert wurden sie vor allem mit Spenden von Firmen und Privatleuten. Nach nur einer Spielsaison wurde das Hundertwasser-Musical 2004 abgesetzt, die erhofften Besucherzahlen waren nicht erreicht worden.

Die Säulen blieben, blichen mit den Jahren aus, wurden teils verschmutzt und beklebt. Die Uelzener Politik stellte sich jüngst die Frage, ob die angesichts ihres Zustandes eine Zukunft haben sollten. Als eine mögliche Lösung wurde der Vorschlag erarbeitet, ihre Standorte vor ausschließlich Kulturstätten zu verlagern, damit dann dort für Ausstellungen, Filmvorführungen oder Theaterstücke geworben werden kann. Angesichts eines finanziellen Aufwandes in einem fünfstelligen Bereich sei diese Idee aber verworfen worden, schildert Steffen.

Stattdessen bemühte sich die Stadt, Partner zu finden, die ihnen an den bekannten Stellen ein neues Leben einhauchten. „Ich freue mich, dass diese Säulen ein neues Gesicht bekommen haben, erhalten bleiben und viele Beteiligte gemeinsam die Verantwortung dafür übernommen haben“, äußert sich Uelzens Erster Stadtrat Dr. Florian Ebeling.

Von Norman Reuter

Kommentare