Zeltaufbau läuft bereits / Donnerstag erste Vorstellung

Tierschützer planen in Uelzen Demo gegen Circus Krone

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Dimiter Rachnev (links) und seine Kollegen haben gestern Mittag die erste Masten für das Zirkuszelt in die Höhe gezogen. Ab Donnerstag gibt der Circus Krone Vorstellungen auf dem Albrecht-Thaer-Gelände.

Uelzen. Es ist lediglich die Vorhut, die gestern auf dem Albrecht-Thaer-Gelände die Arbeit aufnimmt. Aber das sind schon 40 Männer. Ab Donnerstag wird der Circus Krone auf der Wiesenfläche neben der Jabelmannhalle Vorstellungen geben.

Stallungen für Tiere werden dazu gestern bereits aufgebaut. Ab dem frühen Nachmittag stehen auch erste Masten für das Zelt. Die Zirkusmitarbeiter rüsten sich für ihr Gastspiel in Uelzen – und Tierschützer für Proteste.

Im sozialen Netzwerk Facebook formiert sich der Widerstand gegen die Darbietungen mit Zirkustieren. Uelzens Stadtsprecherin Ute Krüger erklärt auf AZ-Anfrage, dass eine Demonstration angekündigt worden sei. Für eine Anmeldung des Protestes sollen heute Gespräche mit den Initiatoren stattfinden.

Einen Leserbrief zum Thema finden Sie hier.

Max Simoneit-Barum, Tierschutzbeauftragter bei Krone, nennt die Proteste „Rufmordkampagnen“, mit denen der Zirkus zu kämpfen habe. Etwa in jeder dritten Stadt während der Tournee gebe es Demonstrationen, in jeder Stadt würden Plakate zerstört oder aber beklebt – beispielsweise mit der Aufschrift: „Vorstellung fällt wegen Tierquälerei aus“.

In Lüneburg, wo der Zirkus derzeit noch gastiert, hat es gleich drei Demonstrationen gegeben. Die letzte war für gestern Abend angekündigt worden. Simoneit-Barum berichtet, dass die Protestler „aggressiv“ eingestellt gewesen seien. Beim Einlass seien Besucher beleidigt worden. „Das ist richtige Hetze.“

Ein Besucherschwund sei bislang nicht festgestellt worden.

In den Aufrufen zu den Protestaktionen bei Facebook heißt es unter anderem: „Mittlerweile sollte jeder Mensch wissen, wie die Tiere im Circus für die Vorstellung gequält und ausgebeutet werden. Hinzu kommt die nicht artgerechte Haltung.“ Der Tierschutzbeauftragte bei Krone wundert sich über solche Aussagen – „wir bieten den Demonstranten an, dass sie sich bei Führungen über das Gelände über die Tierhaltungen informieren können.“ Immer wieder würden Tierschützer abwinken – „ne, brauch’ ich nicht“, heiße es dann. Simoneit-Barum: „Die Protestler haben das Bild von Dumbo im Kopf, ohne zu wissen, wie es im Zirkus zugeht“ – Zirkusse seien die am besten kontrollierten Betriebe in Deutschland. Veterinäre-Besuche gehörten zur Tournee.

Die Tierschützer überzeugt das nicht. Sie fordern einen Zirkus ohne Tiere. Bei der Gemengelage beschäftigt Krone Nachtwächter, wie Simoneit-Barum berichtet. Ihre Arbeit beginnt nach den Abendvorstellungen, weil „es auch schon vorkam, dass Ställe von Tierschützern geöffnet wurden“.

Von Norman Reuter

Circus Krone und seine Bewohner (2012)

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