Uelzener Versicherungen stellt Bilanzzahlen vor: Jährliche Zuwächse / Außenstelle in Fußgängerzone

Tierliebe zahlt sich aus

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Am Donnerstag wurden die Bilanzzahlen vorgestellt – unter anderem Prof. Dr. Joachim Krieter (stellv. Aufsichtsratsvorsitzender, v.l.), Imke Brammer-Rahlfs (Vorstand), Dr. Theo Hölscher (Vorstandsvorsitzender) und Bernd Fischer (Vorstand) nahmen an der Sitzung teil.

Uelzen. Für die Uelzener Versicherungen ist es ein Trend, der sich auszahlt. Er lässt sich mit einem Satz zusammenfassen: „Das Haustier wird zunehmend zum Familienmitglied“, so Dr. Theo Hölscher, Vorstandsvorsitzender der Uelzener Versicherungen.

Die Folge ist: Wenn Tiere erkranken, soll eine Behandlung möglich sein. Deshalb schließen immer mehr Tierhalter eine Versicherung ab, die Behandlungskosten auffängt. Das Uelzener Unternehmen zählt so eine stetig wachsende Zahl an Kunden und Versicherungsabschlüssen. 2015 konnte nach Abzug von Schadenszahlungen, Kosten und Steuern ein Gewinn von 3,92 Millionen Euro erzielt werden.

Bei diesem Ergebnis soll es nicht bleiben, wie Hölscher am Donnerstag bei der Vorstellung der Geschäftszahlen anlässlich einer Mitgliedervertreterversammlung ausführte. Ziel ist auch für die kommenden Jahre ein kontinuierlicher Zuwachs. Für 2016 zeichnet sich dieser bereits ab.

Das Unternehmen ist in Form eines Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit organisiert. Kunden sind zugleich Mitglieder; rund 450 000 gibt es zurzeit. Für sie wurden Vertreter gewählt, die am Donnerstagabend die Zahlen in Hösseringen vorgestellt bekamen.

Auf je einen Kunden entfallen 1,8 Verträge: Pferde- und Hundehalter schließen Haftpflichtversicherungen ab, damit im Fall, dass das Tier einen Schaden verursacht, die Kosten bezahlt werden; zusätzlich können Tierkrankenversicherungen abgeschlossen werden. Operationen von Pferden können schnell an die zehntausend Euro kosten. Ein großer Brocken für die Halter.

Lediglich 15 Prozent aller Tierhalter in Deutschland nutzen die Möglichkeit einer Tierkrankenversicherung bislang. Für die Versicherungen gibt es damit noch einen großen, bisher unerschlossenen Markt. Das Unternehmen will in diesem Bereich seine Zuwächse generieren und nutzt die jährlichen Gewinne für seine Weiterentwicklung. Hölscher spricht von einem Großprojekt der kommenden Jahre. „Uelzener 2020“ ist es überschrieben. Die Schlüsselthemen sind: Marke, Digitalisierung und Kommunikation.

Was verbirgt sich hinter dem Dreischlag? Die Uelzener Versicherungen wollen als Marke in die Köpfe der Tierhalter präsent sein. Und: Bereits gewonnene und künftige Kunden sollen den bestmöglichen Eindruck erhalten. Das funktioniert über den Service.

Bis Ende des vergangenen Jahres war im Alten Bauamt das Restaurant „Italia“ zu finden. Nun dient das Gebäude, das den Uelzener Versicherungen gehört, als Service-Center.

Über den digitalen Weg finden immer mehr Kunden den Weg zu den Uelzener Versicherungen. Aufgabe sei es, im Internet mit seinen Möglichkeiten immer auf Höhe der Zeit zu sein. Bei allen Digitalisierungsbestrebungen, so betont Hölscher, dürfe aber nicht der direkte Kontakt mit dem Kunden auf der Strecke bleiben. Um bei Fragen und Schadensfällen professioneller Ansprechpartner zu sein, haben nun 40 der zurzeit 204 Mitarbeiter das Alte Bauamt an der Bahnhofstraße in Uelzen bezogen. Dort wurde das Service-Center Nord der Uelzener Versicherungen aufgebaut. Von dort aus sollen Kunden in Telefongesprächen auch persönlich betreut werden und zwar in der Gestalt, dass möglichst viele Aufträge umgehend erledigt und Anfragen beantwortet werden können. Im Oktober soll das Service-Center offiziell eingeweiht werden.

Von Norman Reuter

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