Von Woche zu Woche

Thema Kita-Plätze "nicht zu unterschätzen"

Betreuungsplätze für Kinder in Uelzen sind nicht irgendein Thema. Tausende Kinder und Eltern in der Stadt sind davon betroffen.

Zur Berichterstattung über die Schließung der Großtagespflegestelle „Regenbogen“ in der Hauenriede und zum Sachstandsbericht Kita-Plätze der Stadt, zu den derzeitigen Betreuungsmöglichkeiten gab es mehrere Leserbriefe. Und weitere Kommentare, die an die AZ herangetragen wurden.

Steffen Kahl

Betreuungsplätze für Kinder sind wichtig. Wichtig für Arbeitnehmer, die teils ab sechs Uhr schon Dienstbeginn haben. Für die Integration erwachsener Asylbewerber, die nur an Sprachkursen teilnehmen können, wenn jemand auf ihre Kinder aufpasst. Und die Plätze werden auch von den Eltern benötigt, die nach der absehbaren Gebührenneuordnung deutlich – und zähneknirschend – teils doppelt so viel zahlen werden wie bisher. 578 Euro statt bisher 319 bei einem Einkommen ab 6277 Euro.

Die Stadt teilte mit, dass 2017 eine weitere Betreuungsmöglichkeit entstehe. Die Frage aber drängt sich auf: Reicht das? Oder handelt es sich um einen Tropfen auf den heißen Stein? Die Warteliste mit 52 Kindern, die derzeit nicht untergebracht werden können, zeigt: Es ist mehr als eng. Die Vehemenz, mit der aus dem Kreis der Eltern aus der Großtagespflegestelle argumentiert wurde, spricht für sich – auch wenn eine einzelne private Einrichtung, die schließen muss, nur bedingt für das Große Ganze stehen kann. Passt aber – das ist die eigentliche Frage – die Art des Angebotes zur Nachfrage?

Wenn etliche Plätze in Kitas frei bleiben, weil sie nur Teilzeitbetreuung bieten, die Ganztagesplätze aber nicht ausreichen, muss man ganz klar sagen: Nein. Man muss der Stadt aber anrechnen, dass sie bereits mit der Umwandlung von Teilzeit- in Ganztagsplätzen reagiert hat. Vielleicht lohnt aber auch der Blick nach Bienenbüttel, wo Kinder mittlerweile ab sechs Uhr morgens betreut werden und über ein ähnliches Angebot an Grundschulen gedacht wird. Vielleicht ist Flensburg auch beachtenswert? Als erste Stadt in Schleswig-Holstein wurde da gerade ein nächtliches und an die Schlafenszeit anschießendes Betreuungsangebot eingeführt.

Das richtige Betreuungsangebot für Kinder in Uelzen anzubieten, ist sicher nicht einfach. Die Bedeutung für die Uelzener Eltern, aber auch für die Arbeitnehmer und Arbeitgeber und somit als Standortfaktor für die Stadt selbst und ihre künftige Entwicklung ist nicht zu unterschätzen.

Von Steffen Kahl

Rubriklistenbild: © dpa

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