Handwerker fordern Strompreisbremse / Politische Positionen verabschiedet

Teures Fönen und Backen

Fön und Trockenhauben schlagen immer mehr zu Buche: Die steigenden Energiekosten bereiten den Friseuren Sorgen. Foto: dpa

Uelzen/Lüneburg. Die Handwerksbetriebe aus der Region fordern eine Strompreisbremse.

Gerade kleine Firmen spüren deutlich die steigenden Kosten, deshalb hat die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade auf ihrer Frühjahrsvollversammlung politische Positionen unter anderem zu diesem Thema verabschiedet. „Die Handwerksbetriebe können nicht länger für ungerechtfertigte Befreiungen anderer mitzahlen, ob bei der EEG-Umlage, den Netzentgelten oder der Anbindung von Offshore-Windanlagen“, sagte Rolf Schneider, Präsident der Handwerkskammer, bei der Versammlung in Lüneburg. Er hält es für höchste Zeit, dass die angekündigte Strompreisbremse endlich umgesetzt werde, da die steigenden Energiekosten sich zum größten Problem für Handwerksbetriebe entwickelt hätten – noch vor der Fachkräftegewinnung und der wachsenden Bürokratie. Das habe eine aktuelle Unternehmensbefragung des Niedersächsischen Handwerkstages ergeben.

Diesen Trend kann die Uelzener Friseurmeisterin Claudia Schmidt-Pfeifer, Vorstandsmitglied der Kreishandwerkerschaft, bestätigen. „Wir benötigen sehr viel Strom“, erklärt sie. Ob Licht, Fön, Wärmegeräte, Trockenhauben oder Waschmaschine – „prozentual betrachtet ist das schon ein ganz schöner Betrag“, kritisiert Schmidt-Pfeifer. „Natürlich können wir nicht alles an den Endverbraucher weitergeben.“ Umso mehr ärgert es sie, wenn stattdessen andere Wirtschaftsunternehmen entlastet werden. „Es ist nicht fair, dass große Industriekonzerne deutlich begünstigt werden.“

Kreishandwerksmeister Horst Saevecke kennt diese Sorgen. „Im Baugewerbe haben wir relativ wenig Stromverbrauch“, erklärt er. „Unsere Zulieferer sind von den steigenden Strompreisen voll betroffen.“ Zu Herstellung von Kalksandstein, Beton oder Ziegel seien die Kollegen auf den Strom angewiesen. „Ich weiß von Kollegen, dass es für andere Gewerke viel aufwändiger ist.“

Dazu zählen vor allem auch Bäckereien: Tobias Warnecke aus dem gleichnamigen Betrieb in Stadensen nutzt das Verfahren der Wärmerückgewinnung. Das System ist an Kälteanlagen und Backöfen angeschlossen. Wegen der hohen Temperaturen bis 290 Grad in den Öfen müsse er im Winter zusätzlich mit Gas heizen, aber in anderen Monaten komme es auch gelegentlich vor, dass er Wärme übrig habe, sagt Warnecke. Dennoch verbraucht er 350 000 Kilowattstunden pro Jahr – von dem Energieversorger, der die niedrigsten Preise hat. Alle zwei Jahre lässt er sich neue Angebote vorlegen: „Natürlich von den örtlichen Energieversorgern SVO und Stadtwerke, weil wir unsere Brötchen auch in der Region verkaufen wollen.“

Von Diane Baatani

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