Ein Arsenal an Schimpfwörtern

Teurer „Scheißbulle“: Polizisten werden regelmäßig beleidigt

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Auch in der Region müssen Polizeibeamte immer wieder Beschimpfungen über sich ergehen lassen.

Lüneburg. Sie tun ihren Dienst, um im Interesse aller für Recht und Ordnung zu sorgen, aber immer häufiger werden Polizisten beleidigt. Das ist in Lüneburg nicht anders.

Die Pressestelle der Polizeiinspektion hat gesammelt, welche Beleidigungen sich ihre „Kunden“ nur an diesem einen Wochenende haben einfallen lassen. Dass sie ab und zu einen Vogel gezeigt bekamen, war in diesem Zusammenhang fast schon zu vernachlässigen.

„Viele Kollegen versuchen das professionell zu nehmen und von sich abperlen zu lassen – was nicht immer leicht ist“, berichtet Polizeisprecher Kai Richter auf AZ-Nachfrage. Beamtenbeleidigung ist kein Kavaliersdelikt. Sie kann nach Paragraf 185 Strafgesetzbuch mit mehreren hundert bis zu mehreren tausend Euro bestraft werden. Laut dem Portal Juraforum kostete etwa ein „Leck mich doch!“ 300 Euro, „Wegelagerer“ 450 Euro. Für „du Wichser“ oder „Bullenschwein“ wurden bereits 1000 Euro fällig. 1900 Euro war die Bemerkung „du Schlampe“ wert. Teuer sind auch: einen Vogel zeigen (750 Euro), mit der Hand vor dem Gesicht wedeln (1000 Euro) und der Stinkefinger (4000 Euro). Verlassen sollte sich keiner auf diese Beträge, sie werden im Einzelfall festgelegt. Vielfach haben die Täter Glück: Es hängt vom einzelnen Polizeibeamten ab, ob er eine Anzeige schreibt, weiß Richter.

Immer häufiger kommt es auch zu körperlichen Angriffen. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius fordert höhere Strafen dafür. 2015 wurden 1081 Einsatzkräfte Opfer von Körperverletzung, im Jahr davor 934. Im Jahr 2013 waren es 886 Attacken.

Von Gerhard Sternitzke

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