Übergang Stederdorf: 22-Jähriger muss 225 Euro für verbotenes Überqueren zahlen

Teure Ignoranz am Bahngleis

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Uelzen. Der Weg über die Gleise in Stederdorf gestern Morgen bei rotem Warnsignal kommt einen 22-Jährigen teuer zu stehen.

225 Euro kostet es den jungen Mann, dass er sich am Bahnübergang, bei dem sich vor Jahren bereits ein tödlicher Unfall ereignete, unter der sich absenkenden Schranke hindurchzwängte. Auf Rufe von Bundespolizisten reagierte er nicht – er hörte Musik aus einem MP3-Player. Im Fall eines anfahrenden Zuges hätte er somit auch ein „Achtung“ nicht hören können, kritisiert der Sprecher der Bundespolizei, Holger Jureczko. An der Stelle können Züge mit einer Geschwindigkeit von 120 Kilometer vorbeifahren. Für die Bundespolizei ist der Vorfall ein Grund, erneut auf die Gefahren an Bahnübergängen hinzuweisen.

Fußgänger zahlen beim Überqueren eines Bahnübergangs bei rotem Signal 225 Euro und wenn sie einen Führerschein besitzen, erhalten sie vier Punkte in Flensburg. Für Radfahrer kostet es 350 Euro plus vier Punkte und für Autofahrer 700 Euro. Hinzu kommen dann ein dreimonatiges Fahrverbot und ebenfalls vier Punkte.

Beim Stederdorfer Bahnübergang, unweit des Bahnhofs, veranstalteten gestern Morgen Beamte der Bundespolizei einen Präventions-Kursus für Schüler, als der 22-Jährige vor den Augen der Kinder das Rotlicht missachtete. Sie organisieren auch immer wieder Aktionen mit Schülern und stellen Plakate auf, die vor Unbedachtsamkeit am Gleis warnen sollen. „Wir appellieren gerade an Erwachsene, dass sie Kinder ansprechen, wenn sie sie beim verbotenen Überqueren beobachten“, sagt der Sprecher der Bundespolizei. Gerade Kinder würden die Gefahr unterschätzen. Sie sähen einen Zug erst in 60 bis 100 Meter Entfernung, nach zwei bis drei Sekunden sei der Zug dann da, schildert Jureczko. Bei nebligem Winterwetter sei die Gefahr noch größer. „Sie hören ihn überhaupt nicht.“

Von Diane Baatani

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