Attentat in Frankreich: Priester tot / Austausch führte Uelzener schon in Kirche

Terror in der Nähe von Uelzens Partnerregion

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In der Kleinstadt Saint-Etienne-du-Rouvray sorgte gestern ein Terroranschlag für einen Großeinsatz der Sicherheitskräfte.

Rouen/Uelzen. Wieder ein Terroranschlag, wieder Tod und Leid, wieder trifft es Frankreich – und zum ersten Mal gibt es einen Bezug nach Uelzen:

Bei einer Geiselnahme in einer katholischen Kirche in der Kleinstadt Saint-Etienne-du-Rouvray – nahe Rouen im Norden Frankreichs – töteten gestern zwei Angreifer, die sich auf die Terrormiliz Islamischer Staat beriefen, einen 84-jährigen Priester und verletzten einen weiteren Mann schwer.

Anschließend wurden die beiden mutmaßlichen Täter von der Polizei erschossen.

Der Tatort liegt nur wenige Kilometer entfernt von Uelzens Partnerregion Plateau Nord/Plateau Est nördlich von Rouen. Tausende Menschen aus dem Kreis Uelzen waren seit den 1970er Jahren dort, tausende Menschen aus der Region kamen im Gegenzug auch nach Uelzen.

„Ich war schon in dieser Kirche“, berichtet Udo Hachmann gestern gegenüber der AZ. Hachmann ist seit dem Beginn der Partnerschaft in ihr und für sie engagiert, stand ihr lange auf deutscher Seite als Präsident vor und hatte noch 2014 zwei Ehepaare aus der Region Rouen zu Besuch.

„Ich bin betroffen und muss ganz viel an unsere Partnerregion denken“, sagt Hachmann. Der ehemalige Stadtdirektor Uelzens bedauerte, dass das jüngste Attentat nur eines von vielen sei. „Traurig, dass man damit leben muss“, so Hachmann.

Bestürzung ruft die Tat bei den Kommunalpolitikern in der nordfranzösischen Region hervor. Er sei „tief erschüttert von dem schändlichen Attentat“, sagt Yvon Robert, Bürgermeister von Rouen. Zum ersten Mal habe der IS seinen Terror ins Innere einer Kirche getragen. Auch Hubert Wulfranc, Bürgermeister von Saint-Etienne-du-Rouvray, ist schockiert. „Unsere Kirchengemeinde wurde von einem barbarischen Akt getroffen“, erklärt er.

Der Anschlag sei eine „feige Tat“, sagt Luce Pane, Abgeordnete im Département Seine-Maritime, zu dem Rouen gehört. „Unsere Antwort muss Einigkeit und Widerstand sein. Angesichts dieser Barbarei müssen wir geschlossen bleiben.“ Verzweiflung und Wut klingen auch aus der Stimme von Dominique Lebrun, Erzbischof von Rouen: „Ich schreie zu Gott.“

Von Steffen Kahl und Bernd Schossadowski

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