B 4: Polizei stoppt Raser dort, wo junge Frau tödlich verunglückte

Tempo 179 an Unfallstelle

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Am Montagmittag stoppte die Polizei zwischen Kirchweyhe und Tätendorf-Eppensen einen Audi-Fahrer, der über die B 4 raste – ein paar Tage zuvor war hier eine 28-jährige Autofahrerin bei einem Unfall zu Tode gekommen.

Uelzen/Landkreis. Zu hohe Geschwindigkeit auf den Straßen ist noch vor Vorfahrtsverletzungen die Hauptunfallursache schlechthin. Und so hat mit Beginn des Frühlings die Polizei in der Region verstärkt Kontrollen gestartet, um die Verkehrsunfallzahlen zu reduzieren.

Kontrolliert wurde und wird zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten.

Der denkwürdige Negativrekord bei der jüngsten Radarmessung: Ein Autofahrer war vorgestern Mittag mit 179 Stundenkilometern auf der Bundesstraße 4 unterwegs – ausgerechnet in dem Bereich zwischen Tätendorf und Kirchweyhe, in dem (wie berichtet) am Freitagnachmittag eine 28-jährige Autofahrerin bei einem schweren Unfall ums Leben gekommen war.

B 4: Vor kurzem erst der tragische Unfall

Die Beamten stoppten den 59-jährigen Raser, der mit einem Audi unterwegs war – vorerst zum letzten Mal: Gegen den Mann wurde ein Fahrverbot verhängt. Darüber hinaus ahndete die Polizei in den Landkreisen Uelzen und Lüneburg fünf weitere Geschwindigkeitsverstöße, darunter ein weiteres Fahrverbot.

Am Nachmittag kontrollierte die Polizei auch auf der Landesstraße 250 in Höhe des Spottweges entlang der Kläranlage in Uelzen die Geschwindigkeit. Dort waren fünf weitere Fahrer in der Tempo-70-Zone zu schnell unterwegs. Schnellster war ein 46-Jähriger, der 89 Stundenkilometer auf dem Tacho hatte. Auf der Bundesstraße 493 bei Rätzlingen ertappten Beamte parallel dazu sieben Autofahrer, die zu sehr aufs Gaspedal traten. An verschiedenen Orten in Velgen, Arendorf und Eimke waren darüber hinaus in den Nachmittagsstunden bei Kontrollen 18 weitere Fahrer zu schnell unterwegs.

Die Polizei setzt bei den Geschwindigkeitsmessungen auf verschiedene Vorgehensweisen: Neben den Messungen mit mobilen Radarpistolen wird auch ein sogenannter PPS-Wagen eingesetzt. „PPS“ steht für „Police Pilot System“. Bei diesem zivilen Polizeifahrzeug sind Front und Heck mit speziellen Kameras ausgerüstet. Über eine bestimmte Distanz halten Zivilbeamte dann eine konstante Entfernung zum gemessenen Fahrzeug und dokumentieren die Geschehnisse vor beziehungsweise hinter sich per Kamera.

Zieht man die Verkehrssünder aufgrund dieser Messungen aus dem Verkehr und hält ihnen ihr Verhalten direkt vor Augen, würden die meisten recht kleinlaut seien, weiß Polizei-Sprecher Kai Richter. „Grundsätzlich sind diejenigen dann schon einsichtig, wenn man ihnen zeigt, wie schnell sie waren oder dass sie grob verkehrswidrig gehandelt haben“, sagt er.

Und wenn auch die Personaldecke zumindest bei der Polizei Uelzen nicht so komfortabel ist, als dass man Tempomessungen in der Häufigkeit durchführen könnte wie man wollte – wie es Ralf Munstermann, Leiter des Uelzener Streifendienstes, formulierte: Autofahrer sollten sich diesbezüglich nicht zu sehr in Sicherheit wiegen. Der Fokus in der polizeilichen Arbeit 2013 wird ganz deutlich auf Geschwindigkeitskontrollen auf den Straßen gelegt.

Von Ines Bräutigam

Bilder vom Einsatzgeschehen

Tragischer Unfall auf der B 4

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