Der Traum vom vierten Stern: Delia Giering zur ersten weiblichen Führungskraft bei der Uelzener Polizei ernannt

Mit Teamwork auf Verbrecherjagd

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Delia Giering ist die Zusammenarbeit ihres Teams wichtig. Sie ist einer von vier Dienstabteilungsleitern - und damit die erste weibliche Führungskraft bei der Uelzener Polizei.

Uelzen. Alarm am Holdenstedter Hof: Mehrere Streifenwagen rasen zum Einsatzort, Polizeibeamte jagen durch Vorgärten, nach kurzer Zeit klicken die Handschellen.

Ein bundesweit gesuchter mutmaßlicher Serieneinbrecher ist gefasst. Es ist das Ergebnis einer professionellen Zusammenarbeit im Team, sagt Polizeihauptkommissarin Delia Giering aus Uelzen. Und dieses Team führte sie zum Tatzeitpunkt vor knapp zwei Wochen schon kommissarisch. Heute wurde sie dann offiziell zur Dienstabteilungsleiterin ernannt, rückwirkend zum 1. Juni – als erste weibliche Führungskraft im Uelzener Polizeikommissariat überhaupt.

Bei der Kriminalpolizei waren schon immer Frauen im Dienst, bei der Schutzpolizei erst seit 1982, berichtet Ralf Munstermann, Leiter des Streifendienstes, den Giering nun in Urlaubszeiten vertritt. Die Zahl der Frauen im Uelzener Kommissariat sei sehr zaghaft angesprungen, da es wenig Personalwechsel gegeben habe. Wer in Uelzen arbeitete, habe diesen Wohnort gezielt ausgewählt.

Dass nun eine Frau in die Führungsriege aufgestiegen ist, hat für Munstermann auch nichts mit einer Frauenquote zu tun: „Wir wissen, was sie leisten kann“, erklärt er. Es habe sich selten jemand so souverän gezeigt.

Zu Beginn ihrer Dienstzeit vor 30 Jahren hat sie noch Vorbehalte von älteren Kollegen gespürt, aber heute werden keine Unterschiede gemacht, stellt Giering klar – und freut sich über den vierten Stern auf der Uniform. „Diesen Traumjob möchte ich ganz lange noch machen, wenn die Gesundheit mitspielt.“

Ihr Anreiz: Ein Team mit unterschiedlichen Charakteren und Erfahrungswerten am Laufen zu halten und Souveränität mit dem Team zu entwickeln. „Wir hatten Glück in der Nacht, als wir den Serieneinbrecher gefangen haben, das ist bilderbuchmäßig gelaufen“, bilanziert die 52-Jährige mit leuchtenden Augen. Aber hinter einem solchen Erfolg stecke vor allem die Frage, wie die Kollegen zusammenarbeiten. „Das schreibe ich mir zum Teil selbst auf die Fahne“, sagt Giering voller Stolz. „Es geht darum, wie ich die Leute hinschicke.“ Und diese Führungsqualitäten habe sie ihrem Vorgänger Günter Böhme zu verdanken, der in den Ruhestand gegangen ist. Giering habe immer gedacht: „Was der macht, möchte ich auch können.“

Nach 30 Jahren, Fortbildungen für angehende Führungskräfte und einem erfolgreichen Auswahlverfahren ist es ihr gelungen. Giering hat sich gegen Bewerber von außerhalb durchgesetzt.

Von Diane Baatani

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