Neue Hiobsbotschaft zu ÖPNV: Erstes Ausschreibungsverfahren hat keinen Erfolg

Taxi-System ausgebremst

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Als Ergänzung zum ÖPNV sollen Kreisbewohner Sammeltaxis telefonisch ordern können.

Uelzen/Landkreis. Die Serie an Hiobsbotschaften für Kreisbewohner, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, reißt nicht ab.

Nachdem im vergangenen Sommer ein für den Landkreis Uelzen erarbeitetes Buskonzept mit besseren Verbindungen aus Kostengründen nicht realisiert werden konnte, setzte die Kreispolitik ihre Hoffnung auf die Einführung eines Systems von Anrufsammeltaxis (AST), mit dem am Abend und in den frühen Nachtstunden bedarfsorientiert Fahrten angeboten werden sollen. Wie die Kreisverwaltung nun auf AZ-Anfrage bestätigt, ist der Versuch, ein solches System zu etablieren, jedoch im ersten Anlauf gescheitert.

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Fahrten nur noch bei Bedarf?

Bis zum 2. Juni waren Taxi-Unternehmen aufgefordert, ihre Angebote in einem Ausschreibungsverfahren zum AST abzugeben. Zwar seien Eingänge registriert worden, so der Landrat Dr. Heiko Blume gestern gegenüber der AZ, das Ausschreibungsverfahren habe man dennoch nicht erfolgreich zu Ende bringen können. Zu hohe Kostenvorstellungen? Aussagen zu den Gründen für das Scheitern wollte Blume keine machen.

Der Landkreis hält an der Idee eines Anrufsammeltaxi-Systems weiter fest. Mit ihm sollen Kreisbewohner die Möglichkeit haben, wochentags zwischen 20 Uhr abends und 2 Uhr in der Nacht ein Taxi telefonisch zu ordern, das Bushaltestellen ansteuert. Wer es nutzt, muss weniger als bei einer üblichen Taxifahrt zahlen. Den Differenzbetrag will der Landkreis aus Regionalisierungsmitteln finanzieren. Maximal 100 000 Euro, die für das einst vorgesehene Buskonzept geplant waren, stehen zur Verfügung.

Blume erläuterte, dass bei einem zweiten Ausschreibungsverfahren der Landkreis nun freier sei, von sich aus auch Gespräche mit Taxiunternehmen zu führen. Dies bedeute aber nicht, dass der Kreis eigenmächtig einen Betrieb für das AST-System wählen könne, schränkte Blume ein. Mit Angaben zur Frage, wann mit der Einführung des Anrufsammeltaxi-Systems zu rechnen ist, hielt sich der Landrat zurück. „Das wäre jetzt Spekulation“, sagte er.

Fest steht indes, dass die Kreisbewohner ab 2016 mit Einschnitten beim Buslinien-Verkehr rechnen müssen. Der Kreisausschuss hat sich am Dienstag verbindlich dafür ausgesprochen, dass bei der in zwei Jahren fälligen Neuausschreibung des Liniennetzes bisher wenig genutzte Busfahrten gestrichen werden. Im Vergleich zum heutigen Busliniennetz sollen 35 Prozent an Fahrten herausgenommen werden. Begründet wurde die Entscheidung mit Mehrkosten beim öffentlichen Personennahverkehr.

Von Norman Reuter

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