Tankschiff schlägt bei Edendorf leck: 1800 Liter auf 15 Kilometern ausgelaufen

Heizöl auf Elbe-Seitenkanal

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In der Nacht zu gestern sicherten die Einsatzkräfte der Feuerwehr im Uelzener Hafen den Bereich um den havarierten Öltanker. Das Schiff hatte auf dem Elbe-Seitenkanal zwischen Edendorf und Uelzen Heizöl verloren.

Uelzen/Edendorf. In der Luft hängt der so typische Geruch von Diesel, während eine Handvoll Experten gestern Morgen im Uelzener Hafen die Köpfe zusammensteckt.

Die Männer beratschlagen, was als Nächstes mit einem havarierten Heizöltanker zu tun sei, der am späten Montagabend auf dem Elbe-Seitenkanal bei Edendorf/Bienenbüttel leck geschlagen war und auf einer Länge von rund 15 Kilometern bis nach Uelzen Leichtöl verlor.

Rot schimmert das Heizöl im Wasser: Der mit Ölsperren gesicherte Bereich rund um das Schiff wurde gestern Nachmittag abgesaugt.

Das Schiff namens „Nautic“ hatte offensichtlich eine Böschung geschrammt. Die weiteren Ermittlungen zur genaueren Ursache laufen laut Polizeiangaben noch. „Ein Alkoholtest beim Schiffsführer war aber negativ, er war verkehrstüchtig“, betont Polizeisprecher Kai Richter dazu. Nachdem der Kapitän das Leck im hinteren Teil des Schiffsrumpfes bemerkt hatte, steuerte er auf seinem Weg gen Süden den Uelzener Hafen an und legte dort gegen 22 Uhr an. Fachleute von Unterer Wasserbehörde beim Landkreis, Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) sowie Polizei und Freiwilliger Feuerwehr rückten an, um den Schaden zu begutachten und arbeiteten bis in die Nacht hinein, um Schlimmeres zu verhindern. Professionelle Taucher dichteten schließlich das Leck mit einer Metallplatte ab, und um die „Nautic“ wurde eine Ölsperre gelegt, damit das an der Wasseroberfläche schwimmende, im Eis des Kanals rot schimmernde Heizöl sich nicht ausbreiten kann.

Der mit etwa 1200 Tonnen voll beladene Tanker habe zwischen Bevensen und Uelzen insgesamt etwa 1800 Liter Heizöl verloren, erklärt Kai Roemer, Sachbearbeiter Schifffahrt beim WSA Uelzen. Eine verhältnismäßig geringe und in leichten Schlieren auftretende Menge, die sich – und so lautet auch die Einschätzung der Unteren Wasserbehörde – bei Wärme und Sonneneinstrahlung schnell verflüchtige.

„Ein Absaugen wäre auf dieser Strecke technisch gar nicht möglich und auch nicht angemessen“, ergänzt Landkreis-Sprecher Martin Theine auf AZ-Nachfrage. Außerdem handele es sich beim Elbe-Seitenkanal um eine künstliche Wasserstraße, bei der höchstens ebenfalls künstlich angelegte Uferbereiche minimal verunreinigt würden. Daher bestehe „keine akute Umweltgefährdung“.

Noch am späten Montagabend wurde der Elbe-Seitenkanal zwischen der Esterholzer Schleuse und dem Schiffshebewerk Lüneburg gesperrt und erst gestern Nachmittag um 14.45 Uhr wieder freigegeben. Bis in den späten Nachmittag hinein wurde derweil im Uelzener Hafen das mit Heizöl belastete Wasser zwischen Kaimauer und Schiff abgesaugt. Nach Einschätzung der Unteren Wasserbehörde ein Vorgehen, das zwar durch die Eisschollen etwas behindert werde, letztendlich aber effektiv sei, so Theine. Aus umwelttechnischer Sicht sei man beim Landkreis also „soweit zufrieden“. Heute wird die „Nautic“ ihre Fahrt zu ihrem Zielort Braunschweig fortsetzen.

Die Einsatzbilder

Tausende Liter Heizöl auf Elbe-Seiten-Kanal

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