Einrichtung in Uelzen gibt Einblicke in seine Arbeit

Hospiz am Stadtwald: Den Tagen mehr Leben geben

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Überreichten einen Spenden-Scheck für weitere „Bed-Server“: Wolf-Eberhard Graßhoff und Hartmut Schrader bei der Übergabe an Karsten Hüttig und Martina Schubert-Messenbrink (von rechts).

Uelzen. „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben. “ Lady Cicely Saunders, die dies sagte, war eine englische Krankenschwester und Sozialarbeiterin.

Das moderne Hospizwesen und die begleitende Palliativmedizin berufen sich in ihrem Wirken auf sie. Auch das „Hospiz am Stadtwald“ führt diese Worte auf der Homepage und informiert am Sonnabend beim „Hospiztag“ darüber, wie Hospizarbeit im Allgemeinen und speziell in diesem Haus die letzten Tage unheilbar Kranker positiv gestalten kann.

Pflegedienstleiterin Martina Schubert-Messenbrink lässt in ihren Ausführungen zum Thema „Erfahrungen nach zwei Jahren Hospiz am Stadtwald“ einzelne regelmäßig wiederkehrende Aktionen Revue passieren. Schon mehrfach hat die Uelzener Freimaurerloge „Georg zur Deutschen Eiche“ durch Spenden den Ankauf von „Bed Servern“ ermöglicht. Auch an diesem Tag haben Wolf-Eberhard Graßhoff und Hartmut Schrader einen Scheck mitgebracht, den sie aus dem „Sack der Witwen“ ziehen. Schrader erläutert diesen Begriff, indem er auf die besonders bei den mittelalterlichen Zünften der Steinmetze und Maurer übliche Absicherung für die Hinterbliebenen eingeht.

Diese Spende, die unter anderem bei der erst kürzlich durchgeführten Veranstaltung „Stark gegen Krebs“ zusammengetragen wurde, wird zu weiteren dieser „Bed Server“ führen, mit denen die zumeist bettlägrigen Gäste des Hospizes besser betreut werden können.

Anschließend haben die Anwesenden die Qual der Wahl: Dr. Hans-Otto Reling von der Adventgemeinde macht sich Gedanken darüber, „Wenn die Worte am Lebensende fehlen“, während Prokurist Georg Remmert und Karsten Hüttig, zuständig für Aufnahmesteuerung und Sozialarbeit, sich des immer noch existierenden Tabus „Sterben“ annehmen und erklären: „Wie funktioniert Hospizarbeit?“

Obwohl es die von England ausgehende Hospizbewegung auch in Deutschland schon seit längerem gibt, hat der Gesetzgeber erst 1997 der Entschädigung ehrenamtlicher Tätigkeit einen rechtlichen Rahmen gegeben.

Das stationäre Hospizangebot richtet sich an Menschen, die an einer unheilbaren, chronischen Erkrankung leiden und bei denen die häusliche Versorgung wegen des hohen pflegerischen Aufwands oder der Schwere der Erkrankung nicht mehr möglich ist. Der Nachweis hierüber wird durch ein Hospizgutachten erbracht, das der behandelnde Arzt ausfüllt. Dieses wird der Krankenkasse zugesandt, die in der Regel die Kostenübernahme erteilt.

Von Folkert Frels

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