Seit zehn Jahren beliebt: Kleine Konzerte mit Offenem Singen in St. Marien

Die tägliche Stille Nacht

+
Das tägliche Offene Singen in St. Marien ist bei den Kirchenbesuchern wie bei den Chören aus dem Kirchenkreis beliebt. Sie stimmen sich auf die Weihnachtszeit ein.

Uelzen. Kurz nach 17 Uhr: Allmählich strömt es in die St. -Marien-Kirche. Die Besucher kommen früh, setzen sich ins mittlere Kirchenschiff, halten inne, genießen die Atmosphäre. Die zweite Kerze brennt am Adventskranz. Der Herrenhuter Stern leuchtet.

An den Säulen brennen Kerzen. Alles ist ins warme Licht getaucht. Musiker kommen und packen ihre Instrumente aus. Ein paar Chorkindern wird ihr Platz zugewiesen. Es ist wieder Advent, und somit gibt es auch die beliebte Reihe „Kleine Konzerte mit Offenem Singen“.

„Vor zehn Jahren hat es begonnen“, so Erik Matz, Kreiskantor und Kirchenmusiker an St. Marien Uelzen. „Seitens der St.-Marien-Kirche wollten wir auch einen Beitrag zum Uelzener WeihnachtsZauber leisten und haben seither dieses Offene Singen und Konzertbeiträge ab erstem Advent von 17.17 bis 17.45 Uhr hier, also direkt vor der Fensteröffnung beim Adventskalender am Alten Rathaus.“ Adventliche und weihnachtliche Chorliteratur wird gesungen und gespielt. Gerne singen die Besuchenden mit.

Dazu gibt es auch ein extra Liederheft seit 2005. Manche zeigen schon Benutzerspuren, andere wirken neu und können auch preiswert gekauft werden. „Eingeladen sind geistliche und weltliche Chöre aus dem Gebiet des Landkreises zum Mitmachen“, so Erik Matz weiter. „Diese werden im Vorfeld angeschrieben und gebeten, drei Termine zu benennen, wenn sie an einem der Abende singen möchten.“

Von „White Christmas“ bis „Stille Nacht“: Kinder und Erwachsene singen gerne mit.

Es wird versucht, alle möglichst zum Wunschtermin unterzubringen, aber die Termine reichen nicht, da mehr Chöre mitmachen wollen, als es Termine gibt. „Für viele Chöre ist das Singen in der großen St.-Marien-Kirche ein echtes Highlight“, weiß Erik Matz. „Der Besuch auf dem Weihnachtsmarkt gehört dann meistens dazu, oft auch eine anschließende Weihnachtsfeier.“ Diese beliebte Veranstaltungsreihe könne nur stattfinden, weil sich Kirchenvorsteher von St. Marien bereit erklären, diese Reihe mit Begrüßung und Segenswort zu begleiten. 250, 500 Besuchende – üblich. So wie an diesem Abend.

Die Musikschule Niebuhr hat das Akkordeonorchester samt Klarinette und Gitarren dabei. Sanft oder munter erklingen vertraute Melodien. „Feliz navidad“, schallt es markant zu Beginn, das französische „Noel, noel“ hallt, „Stille Nacht“, „White Christmas“ und mehr. Wie eine internationale Reise zur Weihnacht.

Der kleine Kinderchor hat seinen Auftritt. Mit viel Inbrunst wird „Wer klopfet an“ geschmettert. Die Gemeinde stimmt ein beim Gloria des Liedes „Hört der Engel helle Lieder“, und als das jüngste Chormitglied voller Begeisterung das „o“ beim „In excelsis deo“, noch lange hörbar aushält und gar nicht mehr aufhören mag, wird das mit einem Lächeln quittiert.

Kirchenjahresgemäß wird nicht zwischen Advents- und Weihnachtsliedern unterschieden und die jetzt beginnende Bußzeit ist nicht spürbar. Scheint nicht zu stören.

Die Menschen in der St.-Marien-Kirche möchten die Atmosphäre genießen und singen, gerade auch altvertraute Weisen: „Tochter Zion“, „Es ist für uns eine Zeit angekommen“ und der „Stern über Bethlehem“ ist aufgegangen. Ein Segenswort zum Schluss – und das Herz ist ganz weit.

Von Ute Bautsch-Ludolfs

Kommentare