Grund laut Unternehmen bei Abgaben wie EEG / Stadtwerke noch in Erarbeitung neuer Tarife

SVO-Stromtarif steigt um 11 Prozent

Die Wende auf natürlichen Strom und die Art, wie die Finanzierung staatlich geregelt wird, drückt SVO-Kunden aufs Portemonnaie. Foto: dpa

Uelzen/Landkreis. Der Preis für den wichtigsten Stromtarif der SVO steigt um 11,2 Prozent. Das gilt ab dem kommenden 1. Januar. Der Grund: laut SVO hauptsächlich die bundesweit diskutierte Erhöhung der EEG-Umlage.

Denn die allein steigt ab dem Jahr 2013 auf knapp 5,3 Cent pro Kilowattstunde (kWh).

Im Gebiet der SVO ist der Tarif SVO Strom/klassisch betroffen. Er wird statt bisher 23,69 Cent ab dem Jahreswechsel 26,6 Cent pro kWh kosten. Auf den Monat gerechnet bedeutet das laut Kersten Koschorek, Vertriebsleiter der SVO Vertrieb, Mehrkosten von etwa 8,50 Euro – bezogen auf einen Haushalt von drei Personen und mit einem jährlichen Verbrauch von 3500 kWh. Der Tarif Strom/klassisch werde laut des Energieunternehmens von über einem Drittel der Stromkunden der SVO genutzt und sei damit der am häufigsten genutzte.

Die Grafik zeigt grob die Bestandteile des Strompreises. Nur ein gutes Drittel (blau) sei der eigentliche Preis der SVO, so heißt es von dem Unternehmen. Die anderen Anteile seien gestiegene Abgaben an den Staat. Grafik: BDEW

„Wir fühlen uns deutlich unwohl“, sagte gestern Wolfgang Fragge, der Geschäftsführer der SVO Vertrieb. „Wir müssen erklären, dass die Preise steigen, und das hat gar nichts mit dem blauen Anteil zu tun.“ Der „blaue Anteil“, das ist auf einer Beispielgrafik derjenige Teil des Preises, der für Strombeschaffung, Vertrieb und Service steht – also das Geld, das die SVO für sich selbst und den laufenden Betrieb erwirtschaftet. Die anderen Anteile des Preises – die, die steigen – bestehen demnach aus Steuern und Abgaben sowie regulierten Netzentgelten. Letztere sind die Abgaben, die die Stromversorger für die Nutzung des Netzes zahlen müssen und vom Kunden zurücknehmen. Der Bereich „Steuern und Abgaben“ setzt sich aus einem größeren Mix von Posten zusammen, die allesamt an den Staat gehen, darunter auch die EEG-Umlage. Beide dieser Kostenanteile seien gestiegen: Die Netzentgelte um 0,59 Cent pro kWh, der Block der Steuern und Abgaben um insgesamt etwa 2,45 Cent pro kWh. Und in dem Preis der SVO ist noch nicht einmal eine weitere Abgabe eingerechnet, die dem Kunden zusätzlich droht: die der Offshore-Haftungsumlage. Sie soll den Ausbau der Windenergie stützen und wäre eine weitere staatliche Abgabe. Ihre konkrete Höhe stehe noch nicht fest – aber sie kommt. Dass der Preis deshalb künftig noch weiter nach oben korrigiert wird, schließen Koschorek und Fragge nicht aus.

Auch in der Frage des EEG sehen die beiden für die Zukunft keine Entspannung: Erzeugern von erneuerbaren Energien sei noch über 20 Jahre eine Förderung zugesagt, was bedeute, dass diese Energien auch weiterhin immer noch weitere Kosten verursachen würden.

Die Erhöhungen der Abgaben durch hauptsächlich EEG und Netzentgelte entsprechen etwa der Erhöhung des eigentlichen Strompreises durch die SVO im genannten Tarif. Tatsächlich wird der Strompreis um weniger Geld pro kWh angehoben, als die SVO im Einkauf laut eigenen Angaben pro kWh mehr zahlen muss. Die Differenz werde durch möglichst gut platzierte Zukäufe bei günstigen Bedingungen an der Strombörse wettgemacht. Gehandelt wird an der maßgeblichen Energiebörse „eex“ (European Energy Exchange), dort hat die SVO auch langfristige Lieferverträge festgezurrt, um die Versorgung grundlegend zu sichern. Der Strom, den die SVO weiterverkauft, besteht aus einem Mix unterschiedlicher Stromgewinnungswege. Je ein knappes Drittel stammen laut SVO aus Kernenergie und Kohle, ein Viertel aus erneuerbaren Energien und ein Zehntel aus Erdgas.

Koschorek und Fragge raten Kunden, sich mit der SVO in Verbindung zu setzen, es gebe günstigere Tarife im Festpreis, unter anderem auch solche aus rein erneuerbaren Energien.

Die Stadtwerke „mycity“ konnten gestern noch keine konkreten Preisveränderungen melden. Man befinde sich in der Erarbeitung neuer Tarife ab Januar 2013. Unter anderem warte man konkrete Zahlen der kommenden Offshore-Haftungsumlage ab.

Von Kai Hasse

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