Geschwindigkeit von mindestens 50 Mbit pro Sekunde

Surfen ohne Frust: Landkreis Uelzen hat Betreiber für geplantes Glasfasernetz

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Mit Hilfe von Glasfasertechnik sollen in bislang unterversorgten Gebieten des Landkreises Geschwindigkeiten von mindestens 50 Mbit erreicht werden.

Uelzen/Landkreis. In vielen Orten ist noch Geduld gefragt: Werden Suchanfragen im Internet gestartet, größere Datenmengen losgeschickt oder Homepages aufgerufen, dauert es.

Jetzt ist der Landkreis Uelzen aber bei seinen Bemühungen, schnelles Internet in bislang unterversorgten Teilen der Region zu gewährleisten, einen bedeutenden Schritt vorangekommen.

In einem Auswahlverfahren wurde ein Internetanbieter gefunden, mit dem das Surfen und der E-Mailverkehr künftig ohne geballte Faust in der Tasche möglich sein soll. Um wen es sich handelt, das wolle der Landkreis noch in diesem Monat bekanntgeben, informierte der Landrat Dr. Heiko Blume am Mittwochnachmittag im Wirtschaftsförderungsausschuss.

Mindestens drei Jahre aber werden wohl noch vergehen, bis Bewohner im Landkreis sich in unterversorgten Gebieten mit einer Geschwindigkeit von mindestens 50 Mbit pro Sekunde durch virtuelle Welten bewegen können. Dafür ist ein Glasfasernetz mit Anschlüssen bis zu den Häusern nötig, das vom Landkreis in einem nächsten Schritt aufgebaut und finanziert werden soll. Der in der Ausschreibung gefundene Internetanbieter pachtet und betreibt es, zahlt an den Landkreis Abgaben, darf dafür aber die Einnahmen aus den Verträgen mit Kreisbewohnern einstreichen.

Ein Konzept, das sich für das Unternehmen rechnet, wie am Mittwoch deutlich wurde. Denn die Kosten für eine Versorgung mit schnellem Internet entstünden vor allem beim Verlegen der Rohre mit Glasfasertechnik. Dies sei der Grund, warum nicht schon längst der Kreis flächendeckend mit schnellem Internet versorgt sei, meinte der Landrat. „Wir greifen dort ein, wo der Privatmarkt versagt“, so Blume.

Rund 80 Prozent der Kosten entfielen auf das Glasfasernetz und 20 Prozent auf die aktive Technik, mit der der Datenfluss gewährleistet werde, erläuterte Detlef Dohmeyer von der Firma OFP, die im Projekt für die Kostenkalkulationen zuständig ist. Vom Internetanbieter seien im Uelzener Modell die 20 Prozent und die Abgaben an den Kreis zu stemmen, so Dohmeyer weiter. Bereits im Auswahlverfahren habe sich der Landkreis Uelzen abgesichert, dass der Internetanbieter zur Kostendeckung keine horrenden Preise von den Kunden verlangen könne. Die Preise würden dem entsprechen, was marktüblich sei.

Von Norman Reuter

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