Aufräumarbeiten nach Großfeuer im Nordzucker-Silo haben begonnen

Süße Tonnen rieseln ins Freie

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Vor einem Tor am Fuße des Silos wird zurzeit der Boden befestigt, damit Zucker abtransportiert werden kann.

Uelzen. Nach dem Großfeuer vor einer Woche im neuen Silo 9 des Nordzucker-Werks Uelzen haben die Aufräumarbeiten begonnen.

Mit Baggern, Schaufeln und Rüttlern wird vor einer Öffnung am Fuße des 80 000 Tonnen Zucker fassenden Silos der Boden befestigt, damit in Kürze Fahrzeuge anrücken können, um die süße Füllung des fast 90 Meter hohen Betonsilos nach und nach abzutransportieren.

„Das Feuer ist definitiv aus“, sagt Dr. Michael Gauß, Nordzucker-Geschäftsführer Zentraleuropa, gestern bei einem Termin vor Ort. „Es gibt keine Glutnester mehr. “ Aufnahmen einer Thermobildkamera würden dies belegen.

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Ein Teil der rund 40 000 Tonnen grau-weißen Zuckers rieselt nun durch das Silotor ins Freie. Der Zucker wird zunächst zwischengelagert, so Gauß, und anschließend möglicherweise für die Produktion von Bioethanol genutzt. „Wir prüfen mehrere Optionen“, sagt er, „aber der Zucker ist definitiv nicht mehr für die Nahrungs- oder Futtermittelkette verwendbar.“

Ganz wichtig sei nun, die eingestürzte Zuführbrücke zwischen den Dächern von Silo 9 und des benachbarten Silos 8 abzubauen, kündigt Dr. Michael Gauß an. Hierfür würden Ende kommender Woche zwei Mobilkräne anrücken, die Zuführbrücke abheben und dann am Boden ablegen. „Die Brücke wird dann inspiziert“, so Gauß, denn Staatsanwaltschaft und Versicherung wollten aufgrund eines Gutachtens Aufschluss darüber erhalten, ob es „Wechselwirkungen“ zwischen der Brücke und dem Brand gegeben habe.

Das Dach von Silo 8 soll nun kurzfristig saniert werden. Die Zuführbrücke hatte es, wie berichtet, bei ihrem Einstürzen beschädigt. Das Dach des nicht einmal vor einem Jahr in Betrieb genommenen Silos 9 war derweil komplett abgebrannt – weswegen in dem darin noch lagernden Zuckerberg etlicher Schrott und Brandgut vermutet wird, der bei den weiteren Arbeiten berücksichtigt werden muss.

Von Ines Bräutigam

Einen weiteren Artikel zum Brand bei Nordzucker lesen Sie am Donnerstag in der AZ.

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