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A-39-Rastanlage: Lühmann hat an Landesbehörde Fragen zu neuen Optionen.

Uelzen/Landkreis - Von Marc Rath. Uelzens SPD-Bundestagabgeordnete Kirsten Lühmann will jetzt Klarheit bekommen, ob die bei den Hohnstorfern umstrittene Tank- und Rastanlage (T+R-Anlage) an der geplanten A 39 weiter südlich nach Uelzen verlegt werden kann. Lühmann, die Mitglied im Verkehrausschuss des Bundestages ist, hat gestern mehrere schriftliche Fragen an die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr gerichtet.

Neben der Frage, ob die T+R-Anlage auch an den Standort westlich von Rätzlingen verlegt werden kann, wo nach derzeitigen Planungen lediglich eine Park- und WC-Anlage vorgesehen ist, fragt die SPD-Politikerin zudem nach, ob die etwa von Uelzens Bürgermeister Otto Lukat favorisierte Lösung eines Autohofes im von der Stadt geplanten Industrie- und Gewerbegebiet in unmitelbarer Nähe der geplanten Autobahn eine Alternative sein könnte.

Die CDU-Fraktion im Uelzener Stadtrat plädiert in einem Antrag, der am Montag auf der Tagesordnung des städtischen Verwaltungsausschusses steht, dafür, dass sich die Kreisstadt als „Verkehrsknotenpunkt aktiv als Alternative“ in die weitere Planung einbringen soll. SPD-Fraktionschef Ralf Munstermann signalisierte gestern auf AZ-Nachfrage „generelle Zustimmung“ aus den Reihen der Sozialdemokraten.

„Wer jetzt noch weitere Ideen hat, sollte sie schnell an uns herantragen“, sagt Behördenleiter Dirk Möller mit Blick auf die Uelzener Aktiviäten. Zwar befinde sich die Linienführung der A 39 noch nicht im Planfeststellungsverfahren, daher gebe es noch Zeit. Möller weist indes darauf hin, dass die von den Straßenbau- und Verkehrsplanern erarbeitete und im Dezember vorgestellte Vorzugsvariante auf der Basis eines umfangreichen Kriterienkataloges erstellt und geprüft und „in ein Gesamtsystem“ eingegliedert worden ist.

Ein wichtiges Kriterium sei dabei der Abstand zu den benachbarten Rastanlagen. Der soll im Regelfall 50 bis 60 Kilometer beantragen, in Ausnahmefällen auch 80 Kilometer. Die vor Ort umstrittene Tank- und Rastanlage westlich von Solchstorf befindet sich 54 beziehungsweise 84 Kilometer entfernt von den bereits bestehenden Anlagen an der A 1 und 7 im Norden, Seevetal und Harburger Berge.

Im südlichen Verlauf der A 39 ist nach 53 Kilometern in der Höhe Wittingen eine T+R-Anlage südwestlich von Wollerstorf geplant. Bei der von der Uelzener Stadtpolitik favorisierten Verlegung der Anlage auf das Gebiet der Kreisstadt schrumpft der Abstand Richtung Wollerstorf auf etwa 30 Kilometer zusammen.

Von den Voraussetzungen vor Ort sei Uelzen möglich, allerdings müsste dann Wollerstorf verlegt werden, erläutert Möller. Südlich von Wittingen liegen jedoch mehrere aus Sicht der Planer sensible Naturräume – und dann müsse es einen ausreichenden Abstand zur Tank- und Raststätte Zweidorfer Holz geben, skizziert Möller die Schwierigkeiten bei der Planung. „Die beiden gewählten Standorte waren da aus unserer sich die besten Lösungen“, betont er.

Einen Autohof im Gewerbegebiet der Stadt müsse dagegen „separat betrachtet“ werden, erklärt der Leiter der Landesbehörde. Tank- und Rastanlagen müssten direkt von der Autobahn zu erreichen sein, das treffe auf Autohöfe in an der Autobahn liegenden Gebieten jedoch nicht zu. Insofern könne die Stadt ein solches Projekt planen, an den jetzt vorgesehenen T+R-Anlagen ändere sich dadurch nichts, unterstreicht er.

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