Verfahren für mehr Züge ausgebremst

Erixx-Strecke Uelzen-Braunschweig: Stundentakt erst Mitte 2017

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Beim Stundentakt müssen Fahrgäste sich noch bis Sommer 2017 gedulden.

Uelzen/Braunschweig. Uelzener Bahnpendler in Richtung Süden müssen noch ein halbes Jahr länger als vorgesehen auf den Stundentakt auf der Strecke Uelzen-Wittingen-Braunschweig warten.

Der Grund ist der geplante Kreuzungsbahnhof in Rötgesbüttel (Landkreis Gifhorn), der als technische Voraussetzung für den Takt gilt – für dieses Bauprojekt ist ein neues Planfeststellungsverfahren nötig.

Ursprünglich sollte der Kreuzungsbahnhof zum Fahrplanwechsel im Dezember 2016 fertig sein. Ein Planfeststellungsverfahren dafür war von der DB bereits eingeleitet worden. Doch an dem Bauvorhaben wurde viel Kritik geübt. „Im zugehörigen Anhörungs- und Beteiligungsverfahren gab es zahlreiche Stellungnahmen und Einwendungen gegen die geplante Variante, so dass diese nicht weiter verfolgt wurde“, so die Sprecherin des Zweckverbandes Großraum Braunschweig (ZVG), Gisela Noske. Unter anderem hätten betroffene Landwirte eine Reihe von Einwänden geltend gemacht.

Daher wurde laut Noske eine neue Vorzugsvariante entwickelt, der der Rötgesbütteler Gemeinderat dann auch zugestimmt hat. Der ZGB und die übrigen Verfahrensbeteiligten entschieden sich für ein neues Planfeststellungsverfahren anstelle eines Änderungsverfahrens – „um bei einer Änderung bestehender Pläne keine Fehler zu machen, wodurch das Verfahren angreifbar wäre“, wie Noske erklärt. Ein Änderungsverfahren bringe zudem keine nennenswerten Zeitvorteile.

Wird das neue Planfeststellungsverfahren nun ohne Verzögerungen zum Abschluss gebracht (beim ZGB ist man in dieser Hinsicht optimistisch), dann soll ab Sommer 2017 der Erixx stündlich rollen – auf der gesamten Strecke zwischen Uelzen und Braunschweig. „Das ist der Sachstand heute“, betont die ZGB-Sprecherin.

Finanzielle Hürden soll es laut Noske ebenfalls nicht mehr geben. „Die Finanzierung steht im Prinzip.“ Kalkuliert werde mit Kosten in Höhe von 8 bis 10 Millionen Euro für die Schaffung der baulichen und technischen Voraussetzungen für den Stundentakt. 75 Prozent der förderfähigen Kosten zahlen nach Noskes Angaben die DB und die Landesnahverkehrsgesellschaft, der ZGB übernehme die restlichen Kosten. Ein Vertrag zwischen dem Zweckverband und den DB-Töchtern „Netz“ sowie „Station und Service“ sei derzeit in Vorbereitung.

Von Holger Boden

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