Strecke Braunschweig-Uelzen: Regio-Bahn rollt tagsüber pro Richtung nur alle zwei Stunden

Stündlicher Bahntakt? – Von wegen!

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Morgens häufiger: moderner Erixx für die Regiobahn.

hb Braunschweig/Wittingen/Uelzen. Die einen freuen sich schon auf Zugverbindungen im Stundentakt, die anderen fürchten schon Bahnübergänge, deren Schranken sich kaum noch heben.

Die Wahrheit wird nördlich von Braunschweig wohl irgendwo in der Mitte liegen, wenn Ende 2014 das neue Regiobahn-Angebot auf die Schiene gehen soll.

Denn ein echter, durchgehender Stundentakt ist auf der Strecke Uelzen-Braunschweig derzeit nur in der öffentlichen Wahrnehmung geplant. Einem Wittinger ist jetzt ein Widerspruch zwischen einer Mitteilung der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) und dem Regiobahn-Konzept des Zweckverbandes Großraum Braunschweig (ZGB) aufgefallen. Die AZ hat bei der federführenden Planungsbehörde in Braunschweig nachgefragt, und der ZGB hat daraufhin präzisiert: Nach heutigem Stand wird es ab Dezember 2014 (noch) keinen durchgängigen Stundentakt geben.

Vorgesehen ist demnach ein sogenanntes „Basisangebot“, das mit allen beteiligten Instanzen abgestimmt ist. Und das bedeute zwischen Uelzen und Braunschweig von Montag bis Sonntag zunächst einmal einen durchgehenden Zwei-Stunden-Takt, so der zuständige Nahverkehrsplaner Dr. Norbert Wolff. Zusätzlich gehörten zum Basisangebot von montags bis freitags zwei zusätzliche Fahrten in der Hauptverkehrszeit morgens und eine abends. „Dieses Angebot wird auf jeden Fall realisiert“, so Wolff.

Wolle man einen Ein-Stunden-Takt auf dieser Strecke, dann müsste der Plan um acht zusätzliche Fahrten pro Richtung ergänzt werden, ergänzt der ZGB-Experte. Doch das ist bislang nicht vorgesehen – aus finanziellen Gründen. Denn die Kosten gegenüber dem Basis-Angebot würden sich dadurch um etwa 2,2 Millionen Euro erhöhen.

Beim ZGB hat der Stundentakt laut Wolff „ganz hohe Priorität“ – und so hofft man, dass vielleicht doch noch mehr dabei herauskommt als das Basisangebot, wenn einige andere Ausschreibungen günstiger laufen als erwartet. Wolff: „Der ZGB führt derzeit mehrere Vergabeverfahren durch. Je nach Ausgang dieser Verfahren können die zusätzlichen Fahrten, die dann einen Ein-Stunden-Takt zwischen Braunschweig und Uelzen ergeben würden, bestellt werden.“

Für die Bestellungen von Zügen im Nahverkehr bekommt der ZGB Gelder vom Land, das damit Bundesmittel durchreicht. Doch Bemühungen auf politischer Ebene allein würden derzeit nicht dazu führen, dass mehr der sogenannten Regionalisierungsmittel aus Berlin den Weg in die Region Braunschweig finden. Dafür muss nach Wolffs Angaben auch das niedersächsische Nahverkehrsgesetz geändert werden. Und das kann noch ein paar Monate dauern.

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