Stadtwerke wollen Uelzens erste Lade-Station für Elektrofahrzeuge installieren

Strom zapfen leicht gemacht

Lade-Säulen für Elektrofahrzeuge gibt es bereits in einigen deutschen Orten. Nun wollen die Stadtwerke Uelzen eine solche Station am Badeland an der Veerßer Straße in Betrieb nehmen. Foto: dpa

Uelzen. „Es ist ein interessanter, innovativer und in Zukunft lukrativer Markt. “ So beschreibt Uelzens Erster Stadtrat Jürgen Markwardt die Elektrofahrzeug-Branche. Gemeinsam mit den Stadtwerken Uelzen (mycity) will die Stadtverwaltung nun in diesen Markt einsteigen.

Um auf die Fortbewegungsmöglichkeit der Zukunft vorbereitet zu sein, wollen beide Partner jetzt ein Konzept für Elektromobilität im Stadtgebiet entwickeln.

Als Mitglied von „Trianel“, einem Netzwerk aus Stadtwerken, kommunalen und regionalen Versorgungsunternehmen, habe mycity bereits große Erfahrungen mit der Elektromobilität, sagt Mirco Pinske, Leiter für Marketing und Kommunikation der Stadtwerke Uelzen. Daher wird das Unternehmen voraussichtlich Anfang Oktober auf dem Parkplatz des Badelandes, Veerßer Straße 77, Uelzens erste Lade-Säule für Elektrofahrzeuge in Betrieb nehmen.

„Sie sieht aus wie ein überdimensionaler Briefkasten und kostet etwa 3000 bis 4000 Euro“, erklärt Pinske. Die Säule bietet zwei Steckdosen für Kabel, mit denen Elektrofahrzeuge aufgeladen werden können. Dabei haben die Nutzer zwei Möglichkeiten, die Klappe der Säule zu öffnen und Strom zu zapfen: „Sie können eine Ladekarte bei uns kaufen oder eine Handy-nummer anrufen“, sagt Pinske. Selbstverständlich stehe die Lade-Station allen Nutzern und nicht nur mycity-Kunden zur Verfügung, betont er.

Eine weitere Elektrostrom-Säule wollen die Stadtwerke in der Nähe des Uelzener Rathauses installieren. Der genaue Standort steht aber noch nicht fest. „Außerdem werden wir unseren Kunden drei Elektroräder und einen Elektroroller zum Ausleihen anbieten“, kündigt Pinske an. Mit diesen Angeboten wolle mycity Erfahrungen mit der Elektromobilität sammeln. Wie groß ist der aktuelle Verbrauch der Kunden, wie sieht die Prognose über den künftigen Bedarf für Strom-Tankstellen aus? Diese Fragen sollen beantwortet werden. „Das wird ein wichtiger Markt für die Zukunft“, ist Pinske überzeugt. Allerdings gebe es bislang keine oder kaum Elektrofahrzeuge im Kreis Uelzen.

Mit ihrer Beteiligung an dem Projekt will die Stadt „ökologische Verantwortung tragen und unseren Beitrag zur CO2-Vermeidung leisten“, betont Erster Stadtrat Markwardt. Für das geplante Konzept zur Elektromobilität will die Stadtverwaltung einen Vertrag mit mycity abschließen, der am 1. Oktober in Kraft treten soll. Die Laufzeit ist bis zum 30. September 2016 befristet. Zum selben Zeitpunkt wird auch der Konzessionsvertrag für Strom, Gas und Wasser mit den Stadtwerken neu ausgeschrieben.

Zunächst muss aber der Rat der Stadt am Montag, 26. September, der Vertragsunterzeichnung zustimmen. Die öffentliche Sitzung beginnt um 19 Uhr im Rathaus. „Wir freuen uns, dass wir so ein Konzept gemeinsam mit unseren Stadtwerken und der dort vorhandenen Kompetenz vor Ort umsetzen können“, sagt Markwardt.

Von Bernd Schossadowski

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