Jod-Sole-Therme: Kursus-Teilnehmer beklagen Umzug / Kurgesellschaft setzt auf Kompromiss

Stress ums Entspannungsbecken

Die Teilnehmer der Wassergymnastik müssen im Entspannungsbecken abtauchen. Archivfoto: Mahler

Bad Bevensen. „Da kann man nicht richtig therapiert werden“, macht Christa Spruth ihrem Ärger Luft. Seit zehn Jahren besucht die 55-jährige Müssingerin wöchentlich zusammen mit ihrem Mann die Therme in Bad Bevensen – zur Rheumatherapie.

Wegen des Umbaus des Thermalbades mussten die Wassergymnastik-Gruppen der Rheuma-Liga jedoch mehrfach umziehen. Die letzte Station: Das Entspannungsbecken. „Im großen Becken sind nur ein paar Menschen und wir quetschen uns in dieser Pfütze“, beklagt die Müssingerin die Verlegung der Gruppe, die vor dem Thermenumbau im größeren Becken turnen durfte. Spruth: „Mein Mann sagt immer, wir stehen in der Suppenschüssel. Wir können keine Übungen mehr im Liegen, sondern nur noch im Stehen machen. “.

Etwa zwei Jahre dauerte der Umbau der Jod-Sole-Therme in Bad Bevensen – ein Umstand, der für alle Badegäste mit Einschränkungen verbunden war. Becken konnten zeitweise – je nach Bauabschnitt – nicht oder nur zu bestimmten Zeiten genutzt werden. Unabhängig von der Größe, beklagt Christa Spruth gegenüber der AZ auch die Wassertemperatur: „Das Entspannungsbecken hat nur 32 Grad, vorher waren wir in einem 34 Grad warmen Becken. Wir brauchen diese Temperatur doch wegen unserer Leiden“, sagt Spruth.

Uwe Winter, Geschäftsführer der Kurgesellschaft weist die Vorwürfe zurück. Die Temperaturen im Entspannungsbecken seien mit 32 Grad ideal für Bewegungsübungen – und damit auch für die Rheuma-Liga. Das bestätigt auch Marion Bunge, Vorsitzende der Rheuma-Liga Uelzen: Das Wasser darf gar nicht wärmer als diese 32 Grad sein. Sonst gibt es Probleme wegen des Herz-Kreislauf-Systems.“ 98 Prozent der Mitglieder der Rheuma-Liga seien sehr zufrieden im Bad.

Uwe Winter erklärt zudem, dass inzwischen alle therapeutischen Anwendungen in das Entspannungsbecken der Therme umgezogen sind. Der Grund: Planungssicherheit – und zwar für alle Gäste des Bades. „23 Prozent unserer Gäste sind Tagesgäste. Diese Gäste müssen unter der Woche darauf verzichten, das Entspannungsbecken zu nutzen, weil dort Therapieanwendungen sind. Dafür steht ihnen das große Jod-Sole-Becken ausnahmslos zur Verfügung, ohne dass dort Gruppen ihre Übungen machen“, erklärt Winter. „Allen kann man es nie recht machen.“

Der Umzug der Rheumagruppen in das Entspannungsbecken hatte aufgrund der Beckengröße zur Folge, dass die Gruppen verkleinert werden mussten – kein einfaches Verfahren: Die Gymnastikeinheiten mussten von 15 Teilnehmer auf zwölf reduziert werden. „Die Mitglieder, die nun über waren, wurden auf sieben zusätzlich eingerichtete Gruppen verteilt. Das war nicht unproblematisch“, betont Marion Bunge. Ein halbes Jahr hat die Vereinigung für die Umstrukturierung gebraucht – immerhin mussten neue Kurse eingerichtet werden. Bunge: „Wir haben viele Berufstätige bei uns, es war nicht einfach.“ Zudem war auch der Vorstand der Rheuma-Liga bis vor kurzem noch davon ausgegangen, dass die Wassergymnastikgruppen nach der Umbauphase wieder zurück in ihr ursprüngliches, größeres Becken dürfen. Fest steht nun aber: Die Wassergymnastikgruppen bleiben im kleinen Entspannungsbecken. „Zumindest das nächste Jahr. Jetzt soll geschaut werden, wie die Auslastung der Becken sich entwickelt“, erklärt Vorsitzende Bunge.

Dennoch ist sie mit der Zusammenarbeit mit der Therme zufrieden: „Unsere Mitglieder zahlen ihren Beitrag und bekommen dafür 25 Minuten Therapie. Von der Krankenkasse werden sogar nur 15 Minuten bezahlt. Da kommt uns die Therme schon entgegen. Zudem können unsere Mitglieder 90 Minuten lang alle Angebote der Therme nutzen. Nirgendwo sind die Rheuma-Ligen-Mitglieder so gut betreut, wie in Bad Bevensen.“ Und ein weiteres Bonbon ist angekündigt: Die Kurgesellschaft hat zugesagt, dass es künftig besondere Veranstaltungsrabatte für die Rheuma-Liga-Mitglieder gibt.

Von Wiebke Brütt

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