Die Straßen als Kraterlandschaft

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Schlaglochpiste: Die Bundesstraße 4 in Uelzen.

Uelzen. - Von Thomas Mitzlaff Der beiseite geräumte Schnee bringt es an den Tag: Die Uelzener Straßen sind übersät von teils tiefen Schlaglöchern – zwei harte Winter hinterlassen schon jetzt ihre Spuren. Auf Teilen der Bundesstraße 4 ist die Situation mittlerweile schon so prekär, dass die zuständige Straßenmeisterei Holdenstedt ein Tempolimit verhängt: Richtung Norden darf zwischen B 71 und Kläranlage nur noch Tempo 70 gefahren werden – höhere Geschwindigkeiten sind angesichts der Krater im Asphalt zu gefährlich.

„Wir sind jeden Tag auf der Straße und flicken Löcher“, schildert Manuela Kapak-Wendt, Leiterin der Straßenmeisterei, „doch schon am nächsten Tag finden wir die nächsten Löcher“. Ihre Behörde hat deshalb drei Tonnen Wintermischgut nachbestellt, mit dem in Handarbeit die aufgeplatzte Straße gestopft wird. Doch dieses Mischgut ist nur ein Provisorium und hält höchstens ein halbes Jahr, schildert Kapak-Wendt: Spätestens vor dem nächsten Winter müsse dann eine Sanierung erfolgen.

Die Bundesstraße 4 ist nicht das einzige Sorgenkind der Straßenmeisterei. Als weitere Problemfälle gelten die Ortsdurchfahrten von Groß Liedern und Bad Bodenteich. Und die Situation könnte sich über den Jahreswechsel noch verschärfen. Denn für heute ist vorübergehend Tauwetter angekündigt – mit der Folge, dass das Eis auf den Fahrbahnen zu Wasser wird und in die Straßenlücken fließt. „Wenn es dann wieder friert, wird das Wasser zu Eis und sprengt den Asphalt regelrecht auf“, schildert die Behördenleiterin. Ihre Mitarbeiter können dann zunächst wieder nur die größten Löcher provisorisch stopfen.

Für Kommunen und Behörden rächt sich in solchen Wintern, dass bei der Straßensanierung jahrelang gespart wurde. „Da hat man immer von der Substanz gelebt“, weiß der städtische Baudezernent Karsten Scheele-Krogull. Angesichts leerer Kassen haben die Kommunen die Gelder für die Instandhaltung immer wieder gekürzt und eigentlich dringend erforderliche Erneuerungsmaßnahmen verschoben.

Allein um die Straßen in ihrem Zustand zu erhalten, müsste nach Schätzung des Baudezernenten eine hohe sechsstellige Summe pro Jahr ausgegeben werden. Doch der noch nicht genehmigte Haushaltsplan für 2011 sieht für die Straßeninstandhaltung nur 380 000 Euro vor. Dazu kommt ein weitaus höhrer Betrag für die Komplettsanierung von Fahrbahnen – an deren Kosten sich dann zumeist die Anlieger beteiligen müssen.

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