Straßen wie Eisbahnen

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Herausforderung für Autofahrer: Wer sein Auto nicht in der Garage abgestellt hatte, musste sich anstrengen, um den Eispanzer auf den Scheiben zu durchbrechen.

Uelzen/Landkreis - Von Wiebke Brütt. Eisglätte hielt gestern den Landkreis Uelzen in Atem: Regen hatte am frühen Morgen eingesetzt – bei Minusgraden glichen die Straßen kurze Zeit später einer Eisbahn. Zahlreiche Fahrzeuge rutschten von den Fahrbahnen. Bei Batensen überschlug sich eine Autofahrerin auf eisglatter Straße. Sie wurde mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Bei Barum und bei Rosche hatten zwei Autofahrer Glück im Unglück. Sie überschlugen sich auf den vereisten Fahrbahnen, konnten aber leicht verletzt gerettet werden. Meistens blieb es nach Angaben der Polizei aber bei Blechschäden.

„Der Eisregen kam spät. Er setzte erst um 4.30 Uhr ein. Normalerweise rufen wir schon um 2 Uhr unsere Fahrzeuge zum Einsatz“, erklärt Manuela Kapak-Wendt von der Straßenmeisterei in Holdenstedt, warum die Straßen gestern lange glatt blieben. Zudem machten Schneeverwehungen dem Winterdienst zu schaffen. Alle acht Streufahrzeuge waren im Einsatz – das letzte fuhr erst wieder gegen 14.30 Uhr auf den Hof. Kapak-Wendt: „Bei so einer Wetterlage muss man die Straßen mehrfach streuen. Denn über dem Salz bildet sich durch den Regen immer wieder Eis. Das kostet Zeit.“ Der Zeitfaktor sorgte dann auch dafür, dass die Schule gestern offiziell nicht abgesagt wurde. Denn diese Entscheidung muss spätestens um 5.45 Uhr stehen. „Die Unwetterwarnung kam erst um 7.30 Uhr“, sagt Kerstin Hagelstein, Schulamtsleiterin des Landkreises. „Eltern können aber immer selbst entscheiden, ob es für ihr Kind zu gefährlich ist, zu kommen. Das Kind ist dann entschuldigt.“

So blieb gestern manches Klassenzimmer im Landkreis rar besetzt. In den Grundschulen Rosche, Wrestedt und Himbergen fiel die Matheolympiade aus, weil viele Schüler verspätet oder gar nicht zur Schule kamen. Und auch in der Mauritiusschule in Ebstorf machte sich die Wetterlage bemerkbar.

Schulbusse fielen zum Teil aus. Die Fahrzeuge der Regionalbus Braunschweig GmbH (RBB) fuhren größtenteils trotz vereister Straßen. Anders als noch Anfang Januar, als die RBB den Betrieb ganz einstellte (die AZ berichtete), kam es gestern im Busverkehr zu keinen größeren Störungen. „Zum Teil haben die Fahrer auf den Streudienst gewartet, bis die Straße befahrbar war. Darum kam es zu einigen Verspätungen“, berichtet RBB-Geschäftsführer Hans-Joachim Leibrandt.

Auch heute kann es auf den Straßen des Landkreises noch einmal rutschig werden. Ob deshalb die Schule ausfällt, erfahren Sie ab 6 Uhr von unserem Schneefrei-Radar im Internet auf az-online.de.

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